Warum werde ich als nebenberuflicher Gründer nicht Ernst genommen? 021 #FragSidepreneur

Uli hat uns eine wunderbare Frage gestellt, die auch schon ein paar Mal kam: Warum nehmen Menschen nebenberufliche Gründer oftmals nicht ernst? 

 

Risikominimierung durch geringen Zeitaufwand 

Peter: Als nebenberuflicher Gründer verwende ich nicht meine volle Zeit auf mein unternehmerisches Projekt. Dieser Gedanke impliziert ja meist schon den Vorwurf, mit dem sich nebenberufliche Gründer oftmals konfrontiert sehen, nämlich sich nicht voll und ganz zu fokussieren.

Es ist wichtig zu zeigen, dass es bekannte Beispiele für nebenberufliche Gründer gibt, die trotzdem wirklich erfolgreich sind!

Es geht nicht darum, diese Gründung ewig nebenberuflich zu machen, sondern herauszufinden, ob das Projekt, dass ich nebenberuflich vorantreibe, gut funktioniert.

Dann erst gehe ich „in die Vollen“. Nicht jeder kann es sich leisten einfach ins kalte Wasser zu springen. Viele Menschen, gerade in unserer Community, haben finanzielle Verpflichtungen (z.B. Familie) und sind deshalb nicht in der Lage auf ihr Angestelltengehalt verzichten zu können.

 

Mache deine Story bekannt  

Der nächste Punkt, der wichtig ist: Gehe mit deiner Story `raus!

Bei Sidepreneur versuchen wir das auch ganz gezielt, Erfolgsstorys zu zeigen, das Thema öffentlich zu machen und zu zeigen, dass die Leute vielleicht weniger Zeit für ihr Business verwenden, aber deswegen nicht weniger hart dafür arbeiten, ihren Traum zu verwirklichen. Vermutlich arbeiten sie noch härter!

Felix, du hast das Thema in deinem Buch schon einmal angerissen. Wie würdest du es angehen und dieser Frage, diesem Vorwurf begegnen und wie kann man das Ansehen steigern?

 

Nebenberufliche Startups werden “immer mehr Alltag” 

Felix: Ich bin glücklich, dass die Frage endlich kommt. Mir ist es wirklich ein Anliegen das Ansehen von nebenberuflichen Gründern zu erhöhen. Nebenberufliche Startups sind noch nicht normal und das enthält das letzte Kapitel in meinem Buch „4 Stunden Startup“. Das wird normal werden!

Wir sind gerade auf dem besten Weg, dass das kein „Was, das machst du nebenbei? Was bist du für ein komischer Vogel?“ Es muss etwas ganz Normales werden!

Die Vorteile sind Unabhängigkeit, zweites Einkommen, was Neues ausprobieren, Lernen, usw.

 

Erfolg und Neid

Es ist vielen Leuten nicht klar, wie große Dinge „nebenbei“ entstanden sind, bspw. Groupon oder die ganze Fernbusbranche mit DeinBus.de haben nebenher angefangen und noch viele 100 andere Beispiele, wo große Sachen auch nebenbei passiert sind.

Bei vielen ist es auch schlicht Neid. Du bist der, der sagt: „Ich habe mich gestern gestern Abend um 22 Uhr noch einmal hingesetzt und zwei Stunden an meinem Traum gearbeitet. Weißt du was, das ist nicht mehr lange ein Traum, sondern es gibt die ersten Kunden, die bezahlen.

Ich habe gestern die erste Rechnung abgeschickt, in einem Jahr kündige ich.“ Das ruft bei vielen Leuten Neid hervor, weil jene gestern Abend um 22 Uhr vielleicht ‚Germany Next Topmodell‘ gesehen haben.

Je erfolgreicher du wirst, desto mehr lehnen sie es auch ab. Solche Leute gibt es immer wieder, die kennt jeder und das gehört auch dazu.

Peter: Bist du in deiner Zeit als Sidepreneur auch damit konfrontiert worden, dass dieser Vorwurf und auch das etwas angeknackste Ansehen auch von Vollzeitangestellten kam?

 

Wenn du Geld aufnimmst, solltest du Vollzeit anstreben 

Felix: Bin ich damit konfrontiert worden? Nein, es war auch eine andere Zeit. Ich habe das erste Mal 2011 nebenher gegründet. Die Startup Szene war noch nicht so ‚überhyped‘ wie jetzt, d.h. es kamen nicht 10 Startup Gründer auf mich zu und sagten: „Hey, Du machst das nur nebenbei.“ Ich habe in einem Konzern gearbeitet und meine Kollegen haben gefragt:  „Was, du machst das nebenbei? Okay, ja, spannend.“ Damit war das Thema erledigt.

Als der Erfolg dann kam, gab es natürlich auch Neider. Ich hatte meine Kündigung eingereicht. Andere sagten: „Wow, mutig, das würde ich mich nie trauen“ oder „wir haben zwei Kinder, ich schaffe das nicht“. Solche Sachen kamen auf.

Ich war nicht in der Situation, dass jemand gesagt hätte, „Du, das reicht nicht“. Wenn du Geld brauchst, es einen Investor gibt oder du wirklich in der Szene unterwegs bist bzw. wenn man Geld aufnimmt, dann ist der Punkt absolut berechtigt. Ich würde mein Geld niemandem geben, der nicht vorhat, das irgendwann Vollzeit zu tun und das dann auch absehbar macht.

 

Es kommt darauf, ob und wie du lieferst 

Peter: Es kommt auch darauf an, wie du lieferst. Die Leute können dir ja vorwerfen, was sie wollen, wenn du sie eines Besseren belehrst, weil du einfach lieferst, mit dem was du tust. Dann  kann dir das egal sein.

Wenn ich diesen Vorwurf höre, argumentiere ich mit Konzernen oder Unternehmen, die inzwischen weltweit erfolgreich sind, die als Nebenprojekt gestartet wurden.

Dann sage ich:  Schau mal, ich mache das zwar nebenberuflich, aber ich habe „das und das“ schon geschafft. Du musst nicht gut finden, was ich tue, es gibt nicht nur diesen einen Weg und wenn das für mich der richtige Weg ist, ist das doch okay.

 

Du kannst es doch auch: nebenbei 

Felix: Wie gesagt, habe ich 2011 mein erstes Startup gegründet. Wenn ich das heute erzähle und gefragt werde, was ich mache, dann sage ich: Na ja, erst habe ich ein Buch geschrieben, dann habe ich noch ein Buch geschrieben, dann habe ich nebenbei einen Verlag gegründet und dann haben wir den verkauft. Nebenbei mache ich noch Vorträge und das ist dann zu meinem Vollzeit Business geworden. Durch die Summe von den vielen „Nebenbei“ hast du plötzlich tausend Dinge gemacht. Andere stehen „nebendran“ und sagen, ich habe die letzten 5 Jahre Beratung gemacht.  Das war sicherlich eine tolle Zeit, aber die denken dann, irgendwie hat er recht, aber (zu sich selbst sagend): Du kannst es doch auch.

Peter: Das ist ein gutes Schlusswort.

Bis zur nächsten Folge.

 

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