Diese 5 Dinge habe ich als Unternehmer vom Surfen gelernt

Diese 5 Dinge habe ich als Unternehmer vom Surfen gelernt

Hinfallen, wieder aufstehen und nochmal probieren. Während viele Menschen diese Lektion nie lernen, musste ich mich bereits im Alter von 10 Jahren mit ihr beschäftigen – und zwar beim allerersten Surftraining. Man beobachtet andere, denkt es ist einfach und plötzlich merkt man, dass doch viel mehr Arbeit, Training und Commitment dahintersteckt.

Mir ist in den letzten Jahren immer wieder klar geworden, dass Surfen eine relativ gute Metapher für Unternehmertum darstellt. Wenn ich meine Surf-Erfahrung mit dem Aufbau meines Start-ups vergleiche, dann kann ich einige Parallelen zwischen beiden Welten feststellen. In diesem Beitrag stelle ich dir kurz und kompakt die 5 wichtigsten Lehren vor, die ich aus dem Surf-Sport für meinen Werdegang als Gründer gezogen habe.

Es ist immer schwerer als es aussieht, aber Mut zahlt sich aus

Beim Surfen wirkt das, was andere auf dem Board tun, immer leicht. Da steckt jedoch viel Erfahrung (und Frustration) dahinter. Heute starten und nach einer Stunde schon Riesenwellen in Nazaré reiten? Nicht wirklich – es kostet mehr Übung und vor allem Mut. Mein Surflehrer hat mir immer gesagt, dass es vor allem wichtig ist, den Weg zu genießen und auch kleine Erfolge zu feiern. Auf dem Surfbrett zu knien war für mich schon ein absolutes Highlight. Nach einer Woche konnte ich endlich stehen und bis heute war ich so ziemlich auf jedem Hotspot unterwegs – von Bali, Australien bis hin nach Portugal.

Im Austausch mit anderen Gründern auf (virtuellen) Events oder in TedTalks hatte ich häufiger das Gefühl, dass diesen Menschen alles leicht fällt. Oft fühlte ich mich durch solche Gespräche demotiviert oder sogar unfähig selbst zu gründen. Das liegt daran, dass im Normalfall der Erfolg im Vordergrund steht – und nicht der Weg dahin. Wenn ich mich an meine ersten Monate als Gründer zurückerinnere, dann war das alles andere als leicht. Ich musste mich vergangenes Jahr z.B. mit komplett neuen Dingen auseinandersetzen, die im Angestelltenleben überhaupt keine Rolle gespielt haben. Die GmbH beim Notar anzumelden, Umsatzsteuer, Mitarbeiterorganisation, Buchhaltung und zusätzlich das ganze Marketing und die Produktentwicklung aufrechterhalten – es steckt sehr viel Zeit und Frustration hinter dem Gründungsprozess.

Gerade in dieser Zeit hat sich ein Faktor als besonders hilfreich erwiesen: Networking

Der Austausch mit Gleichgesinnten und Ex-Kollegen, die selber gegründet haben, hat mir persönlich eine Menge an Learnings gebracht. Aber auch Rückschläge gehören zum Gründerdasein dazu. Bei mir hat z.B. die Corona-Phase einen gehörigen Strich durch die Rechnung gezogen. Keine Locations für Video-Produktionen, keine persönlichen Meetings mit Geschäftspartnern und Kollegen – diese Herausforderungen muss man mit einer gesunden Portion Flexibilität und Kreativität begegnen. Ein kurzer Flashback zurück zu meinen ersten Wochen als Surfer haben mir jedoch sehr viel Motivation gegeben. Der Austausch mit anderen Surfern, die in der gleichen Situation gesteckt haben, war so motivierend und lehrreich.

Surfen und Unternehmertum habe ich nicht aus Büchern gelernt

Du kannst eine Menge über das Surfen wissen und dir stundenlange Tutorials anschauen – am Ende wirst du in der Praxis nicht besser starten wie jeder andere Neuling. Surfen lernst du dadurch, dass du aktiv wirst und dich einfach in die Wellen stürzt. Ein paar Grundlagen sind wichtig (z.B. Strömungen erkennen oder Positionierung auf dem Board), aber du wirst immer deinen eigenen Stil entwickeln müssen, um erfolgreich sein zu können.

Du hast die neuste Biografie von Elon Musk und Steve Jobs gelesen und denkst, du wärst bereit zu gründen? Unterschätze niemals die Herausforderungen, die dir begegnen werden. Naivität kann gefährlich sein. Ich habe aus Büchern und Interviews mit Gründern vieles gelernt – besonders im Bereich Online-Marketing und Webdesign. Die wirkliche Expertise kommt jedoch erst in der Praxis. Was in der Theorie immer „perfekt“ funktioniert, ist in der realen Welt meist ein wenig komplizierter. Ich hatte noch nie Angst vor Fehlern und bin mir stets bewusst, dass Dinge auch mal schief gehen können. Mir ist nur wichtig, aus ihnen zu lernen und mich weiterzuentwickeln. Mit diesem Mindset stehen dir eine Menge Wege offen, dass versichere ich dir.

So gehst du im Idealfall vor:

Kurz reflektieren, Fehler erkennen und weitermachen – das ist das Erfolgsrezept, aus dem erfolgreiche Unternehmer entstehen. Daher verwundert es auch nicht, dass Venture-Capital Investoren bei der Auswahl ihrer Start-ups auf die Erfahrung des Gründerteams schaut und nicht nur auf die Geschäftsidee.

Dein Durchhaltevermögen, dein Erfolgsfaktor

Das erste Mal auf dem Surfbrett stehen hat länger gedauert, als ich dachte. Obwohl ich wirklich viele YouTube-Tutorials geschaut hatte, war ich nicht besser als die anderen Neulinge. Ich bin in der ersten Session über 40 mal ins Wasser gefallen – ohne Aussicht auf Erfolg. Aufgeben? Auf keinen Fall! In der zweiten Session habe ich es geschafft (wacklig) auf dem Brett zu stehen. Nach der ersten Woche konnte ich schon kleine Wellen ohne Hilfe surfen – das war ein unglaubliches Gefühl, das ich niemals vergessen werde. Bleib immer kreativ und sei offen für neue Impulse. Durchhaltevermögen zahlt sich aus, nicht nur beim Surfen.

Die ersten Monate als Gründer waren hart. Es kam viel Kritik von Seiten meiner Family und auch ein paar Ex-Kollegen waren nicht wirklich von meiner Idee überzeugt. Bevor du gründest, solltest du dir genau aus dem Grund eines klarmachen: „Warum gründest du?“ Dein „Warum“ entscheidet darüber, wie überzeugt du von deiner Idee bist. Je überzeugter, desto immuner bist du gegen schlechte Kritik und desto höher ist auch dein Durchhaltevermögen. Für mich stand fest, dass ich finanzieller Bildung in Deutschland einen ordentlichen Anstoß geben möchte – für diese Leidenschaft brenne ich, aus dem Grund fällt es mir leicht am Ball zu bleiben.

Eine flexible und durchdachte Positionierung macht vieles leichter

Eine falsche Positionierung auf dem Board kann zum Sturz führen. Es kommt auf deine Anpassungsfähigkeit und smarte Analyse der Welle an, wie gut du später performen wirst. Es ist vor allem wichtig zu wissen, an welcher Stelle du ins Wasser gehen darfst. Ich habe mich nach meiner ersten Woche Surftraining morgens alleine ins Wasser getraut, ohne mich vorher über die Strömung zu informieren. 15 Minuten später musste mich ein Jet-Ski aus dem Wasser ziehen. Was habe ich daraus gelernt? Dass es wichtig ist, sein Umfeld zu kennen.

Auch als Gründer musst du dir Gedanken machen, wo du im Markt mit deinem Produkt oder Dienstleistung eintreten möchtest. Einfach zu gründen, ohne vorher eine Marktanalyse zu machen ist ebenso gefährlich, wie ins Meer zu rennen ohne sich vorher Gedanken über die Strömung oder die Anzahl an Surfern zu machen, die schon auf der Lauer sind.

Als ich gestartet bin, habe ich meinen Job noch nicht aufgegeben, sondern meine Abende und Wochenenden genutzt, um mir des Umfelds bewusst zu werden, in dem ich mein Produkt platzieren und vermarkten möchte. Erst nach einigen Wochen entschied ich mich mit vollster Überzeugung zur Kündigung.

Dies ist ein kritischer Punkt, den du nicht unterschätzen solltest. Entwickelst du ein Produkt, dass bereits am Markt existiert (vielleicht sogar mehrfach durch den hohen Wettbewerb), sind deine Erfolgschancen verschwindend gering. Das kann dazu führen, dass du eine Menge Geld und wertvolle Zeit versenkst. Das soll nicht heißen, dass bestehender Wettbewerb ein K.O.-Kriterium ist – aber es ist wichtig seine Wettbewerber zu kennen, um das eigene Unternehmen an das Umfeld auszurichten. Es gibt immer Nischen, man muss sie nur finden.

Respektiere deine Umwelt

Was mir beim Surfen immer wieder auffällt, ist der Respekt, den die Menschen der Umwelt entgegenbringen. Als ich 2017 mit meiner Frau auf Bali unterwegs war, ist uns beim Surfen der ganze Plastikmüll in den Armen hängen geblieben und teilweise in den Mund geflossen. Das war ein sehr besorgniserregendes Erlebnis und hat mir verdeutlicht, wie wichtig es ist unser Umfeld mit Respekt zu behandeln.

Auch als Unternehmer trägt man Verantwortung für sein Umfeld. Damit meine ich nicht nur die Mitarbeiter und Freelancer, die du einstellst, sondern auch die Art, wie du mit Ressourcen umgehst. Musst du zu einem Meeting von Frankfurt nach Berlin fliegen? Achtest du bei deiner Webhost-Wahl auf Ökostrom? Wie sieht es mit der Nutzung von Plastik aus? Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Welt besser wird. Als Unternehmer hat man einen großen Einfluss – nutzt ihn zum Positiven.

An alle Unternehmer und Selbstständige da draußen:

Schnappt euch ein Surfboard und probiert es selbst einmal aus. Ihr werdet sehr schnell merken, wie euer Mindset positiv gestärkt wird. Ich habe es selbst erlebt und profitiere unglaublich von meinen Surf-Erfahrungen als Gründer.

Ein eigenes Business aufzubauen ist ein langer Weg. Bleibt eurer Vision in guten sowie auch in schlechten Zeiten treu – und umgebt euch mit Leuten, die euch motivieren, herausfordern und besser machen. Denkt außerdem daran, jeden (kleinsten) Zwischenerfolg zu feiern – ihr verdient es.


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