Gründen als Schüler – Interview mit Jungunternehmer Kaan Yusein

Beitragsbild IV Kaan Yusein Gründen als Schüler
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Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode des Sidepreneur-Podcasts. Heute bin ich, Juliane, wieder am Start und habe meinen jüngsten Interview-Gast hier im Sidepreneur-Podcast. Wenn du unseren Podcast schon länger verfolgst, weißt du, dass wir immer wieder spannende Gründer-Persönlichkeiten, die ihr Business nebenberuflich aufbauen in den Podcast holen, um dich zu inspirieren.

Ein Unternehmen aufbauen, noch bevor der Schulabschluss in der Tasche steckt

Heute habe ich einen Jung-Unternehmer im Interview. Er ist 16 Jahre alt, noch Schüler und hat vor kurzem sein erstes Unternehmen gegründet. Mit ihm werde ich heute sprechen, was sein Business ist und natürlich auch, wie sein Umfeld dazu steht, dass er neben der Schule ein Unternehmen aufbauen möchte. Wie er mit Vorurteilen oder Aussagen umgeht wie “Mach doch erst mal die Schule fertig und mach einen guten Schulabschluss”. Und auch, wo er mal hin möchte, was seine großen Träume sind und was er in dieser Welt verändern möchte.

Auch er hat – wie so viele andere Sidepreneure – ein Zeitproblem, denn die Schule will besucht und Arbeiten wollen geschrieben werden. Daneben ist sein wachsendes Unternehmen mit Kunden, die vielleicht erwarten, dass er für sie verfügbar ist. Hallo Kaan, schön, dass du heute hier bei uns im Sidepreneur-Podcast bist. Stelle dich bitte gerne vor.

Online-Marketing und die Generation Z

Kaan: Hallo und danke, dass ich mit dabei sein darf. Es ist das erste Mal, dass ich in so einem Interview bin und bin deshalb auch mega aufgeregt. Mein Name ist Kaan Yusein und ich beschäftige mich seit eineinhalb Jahren mit Online-Marketing. Im Februar habe ich offiziell mein Einzelunternehmen gegründet, wobei ich schon davor Geld verdient habe. Was mache ich? Ich helfe Unternehmen dabei, eine Marke auf Social Media aufzubauen, diese zu monetarisieren mit Funnels und vor allem meine Generation – die Generation Z – anzusprechen.

Juliane: Das Besondere bei dir ist ja, dass du noch sehr jung bist – kannst du zur Generation Z noch mehr sagen.

Kaan: Die Generation Z wird sehr negativ dargestellt, aber diese Zielgruppe ist für Unternehmen sehr wichtig, weil es eine sehr kaufkräftige Zielgruppe bzw. Generation ist im Vergleich zur Generation Y. Und da machen halt Erwachsene, die über 40 Jahre alt sind, einige Dinge falsch. Ich helfe ihnen, es richtig zu machen.

Der Spagat zwischen Schule und Side-Business

Juliane: Du bist also Jung-Unternehmer und tatsächlich ist es für uns eine Premiere im Sidepreneur-Podcast. Wir haben durchaus auch Menschen im Podcast, die mit Mitte 20 gegründet haben, oder aber mit Mitte 30 bzw. Mitte 40. Du bist natürlich deutlich jünger und hast dein erstes Unternehmen neben der Schule gegründet. Ich kann mir vorstellen, dass es ein Spagat ist, Schule und dein Side-Business mit dem ersten eigenen Unternehmen unter einen Hut zu bekommen. Wie organisierst du dich?

Zeitmanagement mit dem Eisenhower-Prinzip

Kaan: So, wie es mir beigebracht wurde, auch mit Tools etc.. Ehrlich gesagt, wenig Schlaf gehört dazu. Ich schlafe selten mehr als sieben Stunden, was für mich eigentlich zu wenig ist. Ich organisiere mich mit dem Eisenhower-Prinzip, das ungefähr so funktioniert: Es gibt vier Quadranten/Spalten. Ganz unten links in die Spalte kommen die Aufgaben hin, die Trash sind und die du nicht brauchst. Unten rechts sind Aufgaben, die dringend sind, aber nicht wichtig. Oben rechts sind die Aufgaben, die dringend und wichtig sind. Oben links sind die Aufgaben, die wichtig sind, aber nicht dringend. So plane ich dann jeweils am Sonntag meine ganze Woche.

Juliane: Du organisierst dir deine kommende Woche also immer sonntags. Arbeitest du jeden Tag neben der Schule an deinem Side-Business?

Kaan: Ja, jeden Tag. Für mich gibt es da keine Ausreden.

Juliane: Gerade hast du schon gesagt, dass du oft weniger als sieben Stunden schläfst. Erwiesen ist ja, dass viel Schlaf wichtig ist, um leistungsfähig zu sein und gute Ergebnisse zu erzielen. Was meinst du, wie lange du es in dieser Art so weiterführen kannst oder durchhältst?

Ein kleines Team aufbauen ist das Ziel

Kaan: So lange bis ich ein festes Team habe, an die ich Dinge outsourcen kann. Ich habe jetzt zwei Verkäufer in meinem Team, an die ich schon viel abgeben kann. Aber es ist noch viel Luft nach oben und ich denke, dass es noch ein Jahr so weitergehen wird bis ich ein kleines Team aufgebaut habe.

Juliane: Lass uns ein bisschen in dein Umfeld schauen. Du wirst sicherlich immer wieder Menschen treffen, die sagen “Mensch, Kaan, mach doch jetzt erst mal die Schule fertig und konzentriere dich darauf, einen guten Schulabschluss zu bekommen”.

Wie geht dein Umfeld damit um, dass du schon jetzt die Unternehmer-Karriere startest?

Kaan: Sehr, sehr unterschiedlich. Meinem engsten Kreis, meiner Mama und meinem Papa an dieser Stelle vielen, vielen Dank, dass sie mich so unterstützen. Unter meinen Freunden gibt es einige, die es wirklich total feiern und für die ich der Held aus der Schule bin. Andere wiederum machen sich auch darüber lustig. Es kommt aber auf einen selbst an, worauf man achtet und worauf nicht.

Juliane: Wie gehen deine Lehrer damit um? Wissen sie, dass du neben der Schule Unternehmer bist?

Kaan: Nur zwei Lehrer. Ich sage das bewusst nicht, um von den Lehrern nicht ausgegrenzt zu werden. Zum größten Teil mögen mich die Lehrer nicht, weil ich eben anders bin. Aber es gibt zum Beispiel meinen Sportlehrer, der das total feiert und mir auch erlaubt, mal Sport zu schwänzen.

Juliane: Du hast gerade gesagt, dass du bei den Lehrern nicht so beliebt bist, weil du anders bist. Tatsächlich sagen wir, dass gerade die Sidepreneure besondere Menschen sind, denen die klassische Karriere im Unternehmen alleine nicht reicht, weil sie eben anders sind. Kannst du es bitte näher erläutern, in welcher Beziehung du anders bist.

Was ist das Besondere an dir?

Kaan: Ich sehe Dinge, die andere Schüler nicht sehen und sage auch, dass die Schule Nine-to-five nichts bringt – den ganzen Tag in der Schule zu hustlen und in der Freizeit platt zu sein. Alles was ich denke, sage ich offen und ehrlich zu den Lehrern. Das gefällt ihnen oft nicht, dass ich eben ein bisschen weiterdenke und kapiert habe, wie das System eigentlich funktioniert. Zum Beispiel, dass 90 Prozent der Menschen für die 10 Prozent arbeiten, die das Gesamtvermögen haben.

Juliane: Sidepreneure sind ja immer in einem Zeit-Konflikt zwischen Anstellung oder eben wie in deinem Fall Schüler oder Student zu sein. Mich interessiert, wie deine Kunden damit umgehen, dass du eben nicht morgens um 10:00 Uhr den Kunden-Workshop machen kannst, weil du tagsüber in der Schule bist. Welche Art von Kunden hast du und wie gehen sie damit um?

Nach der Schule für die Kunden arbeiten

Kaan: Aktuell arbeite ich nur mit einer Handvoll von Kunden und habe vor, in den Bereich Performance-Marketing und Funnel-Building zu gehen, weil das eigentlich meine Leidenschaft ist. Einer meiner Kunden ist eine Person, die eine Personal Brand aufbauen möchte und Startup-Events veranstaltet. Ein anderer hat eine Kampfsport-Schule oder auch Coaches. Meine Kunden wissen, dass ich noch Schüler bin und gehen damit ganz gechillt um. Solange ich für sie die Pflichtaufgaben mache ist das für sie vollkommen okay. Von 08:00 bis 15:00 Uhr gibt es halt keinen Support, aber ansonsten arbeite ich für meine Kunden bis in die Nacht.

Alles eine Frage der Organisation

Juliane: Tatsächlich ist es alles eine Frage der Organisation und der Transparenz mit den Kunden. Gerade im Bereich Online- oder Social Media-Marketing gibt es viele Menschen, die als digitale Nomaden unterwegs sind und unter anderem die Zeitverschiebung ein Thema ist und auch das funktioniert ja, wenn die Kommunikation zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber stimmt. Genauso ist es auch bei Sidepreneuren – offen zu kommunizieren, wann man verfügbar ist und wann nicht.

Kaan: Auf jeden Fall.

Juliane: Was möchtest du denn mit deinem Unternehmen schaffen und wie soll es sich entwickeln?

Beeinflusse das, was du beeinflussen kannst

Kaan: Das Unternehmertum ist bei mir eher Mittel zum Zweck. Ich möchte Dinge in der Gesellschaft verändern, vor allem beim Schulsystem und auch mehr Menschen helfen aus dem Nine-to-five rauszukommen und nicht mehr nur für die zehn Prozent zu arbeiten. Im Grunde genommen hat man immer zwei Entscheidungen. Entweder arbeitest du Nine-to-five oder du gehörst zu den zehn Prozent. Beeinflusse das, was du beeinflussen kannst. Auch die Organisation ist ein Thema. Wie gesagt, möglichst wenig Zeit verschwenden und ein bis zweimal in der Woche eine kleine Pause machen.

Juliane: Du hast es ja schon gesagt – Zeit ist begrenzt bei dir. Trotzdem, gibt es Bücher, die du empfehlen würdest?

Kaan:

Wichtig ist, Bücher nicht nur zu lesen, sondern sie zu nutzen

Dafür sind Bücher eigentlich da. Meine Top-Bücher, die ich immer empfehle sind:

“Das Robbins Power Prinzip*” von Tony Robbins. Es ist für mich die Mindset-Bibel.

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Dann von Robert Kiyosaki das Buch “Rich Dad Poor Dad*”, was die Grundbasis an Finanzwissen bietet.

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Ansonsten noch das Buch von Bodo Schäfer mit dem Titel “Die Gesetze der Gewinner*”.

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Juliane: Einen wichtigen Hinweis hast du ja gerade schon gegeben. Wichtig ist nicht nur, dass man die Bücher liest, sondern den Inhalt umsetzt, einen Nutzen daraus zieht und das, was man dabei erfahren hat auch in sein Unternehmen einbringt.

Noch eine andere Frage. Wenn du beispielsweise auf einem Meetup jemand triffst, der noch total unsicher ist, ob er seinen Job verlassen und mit seiner Idee gründen sollte. Was wäre dein Tipp für diese Person?

Erst einmal probieren

Kaan: Ideen gibt es wie Sand am Meer. Mein Tipp wäre: Erst mal probieren. Nicht sofort kündigen, sondern zuerst ein bisschen Rücklagen auf der Seite haben und erst mal in seinem Beruf weitermachen. Vielleicht jeden Morgen ein bisschen früher aufstehen und was für sein eigenes Business machen. Auch wenn man eine Idee hat, empfehle ich zuerst mal andere Dinge zu probieren, weil man ja nicht weiß, ob es das ist, was man haben möchte. Deshalb nicht sofort kündigen – erstmal nebenberuflich starten. Wenn es dann klappt und du siehst, dass du mit diesen Einnahmen sechs Monate lang leben kannst… erst dann würde ich meinen Job kündigen.

Juliane: Und dann erst in die Vollzeit-Selbstständigkeit oder ins Unternehmertum gehen.

Kaan: Ja, genau.

Juliane: Lieber Kaan, ich danke dir vielmals für deinen Erfahrungsbericht als Jung-Unternehmer und wünsche dir weiterhin viel Erfolg und dass dein Unternehmen wächst.

In diesem Sinne wünsche ich euch lieben Sidepreneuren da draußen einen tollen Start in die neue Woche! Bis dann, macht’s gut. Tschüss.

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