SP154 Wie du dich auf einen Pitch vorbereitest

Pitch-Training – wie wir uns auf die Vorstellung unsere Projektes SIDEPRENEUR bei den media-innovations vorbereitet haben.

Herzlich willkommen zu einer neuen Solo-Episode. In dieser Folge möchte ich dir, ein wenig ig über das Pitch-Training berichtet, das wir im März innerhalb des Fellowship-Programms beim Media Lab in Bayern absolviert haben.

Pitch-Training im Media Lab

Wie du ja bestimmt schon mitbekommen hast, nehmen wir von Sidepreneur seit Anfang des Jahres an einem Inkubatorprogramm des Media Labs Bayern teil. Hier werden wir gecoacht, um unser Business weiter voranzubringen und um weiter zuwachsen.  Wir bekommen dort wertvollen Input. In unsererer Facebook-Community hatten wir berichtet, dass wir Ende März bei den media.innovations in München waren.

Was ist ein Pitch bzw. ein Elevator Pitch?

Für den Besuch bei den media.innovations haben uns ganz konkret auf einen dreiminütigen Pitch vorbereitet. Diesen dreiminütigen Pitch haben wir während des Pitch-Trainings vorbereitet, vorgetragen, angepasst und einstudiert. Bevor ich aber ein bisschen darüber berichte, möchte ich noch einmal ganz am Anfang anfangen.

Wahrscheinlich hast du schon oft das Wort „Pitch“ gehört, gerade wenn du im Startup-Umfeld unterwegs bist und auch in Tag 4 der StartupSchool haben wir schon einmal darüber gesprochen, was ein Pitch bzw. ein Elevator-Pitch ist.

Stell dir vor, du steigst in einem Hochhaus unten in einen Fahrstuhl ein (Auf Englisch heißt Fahrstuhl Elevator). Während du hinauffährst, hast du Zeit dem unbekannten Menschen dir gegenüber zu erzählen, was dein Business ist und wofür es steht. In welchen kurzen, prägnanten und einprägsamen Sätzen kannst du deutlich wofür du und dein Business stehen, so dass du in Erinnerung bleibst?

Probe im Fahrstuhl vom Media Lab Bayern

Unseren Pitch haben wir unter authentischen Bedingungen einmal getestet. Wobei es sich hier um einen 1-minütigen Pitch handelte. Das Media Lab sitzt im 6. Stock. Wir sind unten eingestiegen und über den Weg von 6 Etagen haben wir unseren Pitch einem Mitarbeiter vom Media Lab präsentiert. Bei den media.innovations Ende März hatten wir dann, wie oben schon erwähnt, ein bisschen mehr Zeit. Da konnten wir 3 Minuten lang unser Startup vorstellen. Darauf haben wir uns in dem Pitch-Training vorbereitet.

Erfolgsfaktoren eines Pitches: 55% Körpersprache, 38% Stimme, 7% Inhalt

Was sind denn die Erfolgsfaktoren eines Pitches oder eines anderen Bühnenauftritts? Wir haben in Form einer Dreiecksgrafik einen ziemlich guten Überblick bekommen, die besagte, dass die Körpersprache zu 55 % wichtig ist.  Um gut rüberzukommen, um aufzufallen und selbstbewusst aufzuzeigen, was man tut.

Zu 38 % hat die Stimme an Gewicht. Also auch die Stimme zu trainieren und zu üben ist total wichtig.  Nur 7 % macht dann tatsächlich der Inhalt, das gesprochene Wort aus, was ich ziemlich überraschend fand. Ich weiß nicht wie es dir geht, wenn es um’s Präsentationen geht. Ich lege ziemlich viel Wert auf die Präsentation an sich. Die ist mit Sicherheit auch wichtig, aber viel wichtiger ist, wenn du vorne auf der Bühne stehst und mit deiner Körpersprache und deiner Stimme Eindruck hinterlässt und überzeugst. Das sollte ich mir auch immer wieder bewusst machen.

Mit allen Sinnen auf den Pitch vorbereiten

Wir haben dann gemeinsam innerhalb des Pitch Trainings eine kleine Meditationsreise gemacht. Wir haben uns mit allen Sinnen, also Hören, Sehen, Fühlen und vielleicht auch Schmecken und Riechen auf diese Situation vorne auf der Bühne vorbereitet und Ressourcen gesammelt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir vielleicht schon einen Moment erlebt, wo wir richtig ressourcenvoll waren und sehr erfolgreich auf der Bühne standen. Um wieder in diesen kraftvollen Zustand zu kommen, ist es hilfreich die damalige Situation noch einmal zu visualisieren. In dem Moment, wenn man dann auf die Bühne geht und es darauf ankommt, dass wir gut performen, rufen wir diesen gespeicherten ressourcenvollen Zustand wieder auf und starten den Pitch.

Wie verhältst du dich auf der Bühne?

Es wurden uns noch ein paar weitere Tipps mit auf den Weg gegeben. Alles in 3 Minuten umzusetzen, war gar nicht so einfach, aber dazu gleich mehr. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du auf der Bühne still stehst. Du darfst Raum einnehmen und du darfst auch deine Position wechseln, aber z.B. nicht hinter dem Pult verstecken. Laufe auf gar keinen Fall hin und her während du sprichst. Fokussiere die Menschen, suche im Publikum zwei oder drei Menschen, zu denen du sprichst. Personen, die dir wohlgesonnen sind und die dich anlächeln. Einfach damit du einen Anker im Publikum hast, für den du deinen Pitch machst.

Wichtig ist auch das Ankommen auf der Bühne. Nimm dir dort Zeit erst einmal anzukommen. Und das war am Tag der media.innovations für mich nicht so einfach, denn 3 Minuten sind nicht viel. Die Stoppuhr lief los sofort als ich auf der Bühne stand, also groß “Ankommen” war in dem Moment absolut nicht möglich.

Powerposing

Powerposing wurde uns dann noch empfohlen. Das ist eine Technik, die du einsetzt, bevor du auf die Bühne gehst. Da gibt es auch verschiedenste Untersuchungen von Menschen, die in Bewerbungsgespräche gegangen sind. Personen, die sich vor dem Bewerbungsgespräch klein gemacht haben, sich versteckt haben, die Schultern zusammengezogen haben, grimmig geschaut haben. Andere, die aufrecht standen, die Armen 2 Minuten in die Lufthoben und sich so in einem positiven Zustand gebracht haben. Rate mal, wer in den Bewerbungsgesprächen erfolgreicher war?

Also, stell dich vor einen Spiegel, lach dich an, reiße die Arme in die Höhe und pose, dass du eine Superheldin/ein Superheld bist. Das macht ganz viel mit dem Unterbewusstsein und du gehst positiv, selbstbewusst und von dir überzeugt auf die Bühne.

Hier wurde uns auch ein TED TALK von Amy Cuddie empfohlen. Schau ihn dir gerne mal an, um zu sehen, was es mit dem Powerposing auf sich hat. Das Powerposing kannst du nicht nur für’s Pitchen nutzen, sondern auch für Verkaufsgespräche oder auch für eine Networking-Veranstaltungen. Dich selbst in eine positive Grundstimmung zu bringen, hat ja in vielen Lebenslagen absolut Vorteile.

Learnings von unserem Coach

Dann hat unser Coach noch seine Learnings mit auf den Weg gegeben, die er aus über 300 Pitches sammeln konnte.

Welches Ziel verfolgst du?

Auf der einen Seite ist das Ziel. Welches Ziel verfolgst du mit deinem Pitch? Habe das im Blick. Was möchtest du mit deinem Pitch erreichen? Nutze Emotionen, erzähle eine Geschichte und baue sie, und sei der Pitch noch so kurz, in deine Präsentation ein. Am besten nimmst du deine eigene Story.

Was ist dein Warum? Nimm deine eigene Story

Was ist deine eigene Story hinter deinem Startup? Was ist dein Warum? Das ist auch immer wieder das, was ganz am Anfang steht, das Warum. Warum bist du den Weg gegangen? Warum hast du dieses Unternehmen gegründet? Was möchtest du in der Welt verändern?

Überfrachte die Powerpoint Präsentation nicht

Weniger ist mehr. Sicher kennst du auch die Powerpoint-Folien, die überfrachtet sind mit Text. Das kann kein Mensch in kurzer Zeit erfassen. Deshalb an dieser Stelle: Arbeite mit Bildern, mit Keywords und Überschriften, aber überfrachte die Powerpoint-Präsentation nicht.

Lieber ehrlich und ein bisschen weniger

Gib nicht vor, alles zu wissen. Du weißt nicht alles und das ist auch gar nicht schlimm. Fange nicht an dich irgendwie darzustellen und vorzugeben, über alles Bescheid zu wissen. Du kannst nicht alle Studien kennen, du musst auch nicht alle Zahlen bis ins kleinste Detail kennen. Lieber ehrlich sein und ein bisschen weniger, als irgendetwas herauszuhauen, was absolut nicht stimmt und was dich dann angreifbar macht.

Was möchtest du in die Welt bringen?

Was ist dein Businessmodell? Was möchtest du in die Welt bringen? Möchtest du etwas verbessern? Was steckt hinter deiner Idee?

Zeige, was du hast!

Und ganz zum Schluss, wenn du schon etwas zeigen kannst, das hängt natürlich davon ab, wo du gerade mit deinem Startup stehst und was du schon entwickelt hast. Hast du Produkte, Dienstleistungen oder was auch immer, zeige es wenn möglich in deiner Pitch-Präsentation. Vielleicht hast du einen Prototyp, den du vorführen kannst. Das macht es auch ein bisschen einfacher sich vorzustellen, was du anbieten möchtest.

Pitch-Training: An dem Pitch feilen

Am Nachmittag haben wir dann an unserer Präsentation gefeilt. Wir haben uns hingesetzt und unseren Pitch durchgesprochen. Tatsächlich war das für mich eine neue und ganz spannende Erfahrung: Ich bin nicht der Mensch, der sich die Worte, die er spricht, wirklich so richtig vorbereitet und einstudiert.

(Fast) jedes Wort muss sitzen

Bei einem 3-Minuten-Pitch ist es kaum möglich zu überlegen. Hier muss fast jedes Wort einfach sitzen, fast wie ein Gedicht, aber es soll nicht auswendig klingen. Nach 3 Minuten (es war tatsächlich so, dass ein Timer lief) war Schluss und dann war das nächste Startup an der Reihe, das sich und seine Geschäftsidee vorgestellt hat.

Exakt 3:00 Minuten

Wir hatten nur diese 3 Minuten und natürlich bereitet man bei einem 3-Minuten-Pitch nicht nur einen Pitch für 2 ½ Minuten vor in der Hoffnung, dass man dann vielleicht noch ein bisschen mehr erzählen kann. Es war tatsächlich so getaktet, dass ich in meinen Übungsdurchläufen immer bei 2:58 Minuten/ 2:56 Minuten gelandet bin.  Das war für mich das klare Zeichen, dass ich nicht hängen bleiben darf, weil ich ansonsten nicht schaffe, alles zu sagen.

Vorbereitung ist etwas Gutes

Ich habe tatsächlich diesen Pitch am Abend noch 20–25 Mal durchgesprochen und auch am nächsten Morgen noch einmal unzählige Male. Schlussendlich hat es dann auch richtig super geklappt. Ich hatte einen ganz kurzen Moment zum Ankommen und habe trotz allem den kompletten Pitch in diesen 3 Minuten vor 150 Menschen präsentiert.  Es war eine megagute Erfahrung, dass das funktioniert hat und dass minutiöse Vorbereitung auch etwas Gutes ist.

Die Vorbereitung war auch das, was wir im Pitch-Training gelernt haben. Ich habe mich wirklich vorher hingestellt und “gepowerposed” und unsere Präsentation noch einmal angepasst, dass das Wording auch stimmte. Es war sehr reduziert in der Wort- und Bildwahl, aber durch die Hinweise während des Pitch-Trainings haben wir noch einmal vorgenommen.

Leg los, fang an, probier dich aus, es wird nie perfekt sein

Nichts ist perfekt und auch beim nächsten Mal werden wir sicherlich noch etwas verändern und das ist auch das, was ich dir mit auf den Weg geben möchte. Leg los, fang an, probier dich aus, es wird nie perfekt sein. Starte einfach los und hole dir Feedback. Und auch der erste Pitch und der erste Bühnenauftritt werden nicht perfekt, aber das bringt uns ja dann auch dazu, uns wieder herauszufordern und zu wachsen und besser zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel Erfolg mit deiner Woche, mit deinem Side-Business. Wenn du Erfahrung hast zum Thema Pitchen, dann schreibt doch gerne unter diesem Blogartikel deine Erfahrung oder eine E-Mail an info@sidepreneur.de oder komme in unsere kostenlose Facebook-Gruppe. Auch hier können wir uns gerne zum Thema Pitch und Pitch Vorbereitung austauschen.

Nun aber macht es gut, viel Spaß mit deinem Side-Business und bis bald. Tschüss.

Impressionen von den media.innovations

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