SP139 Interview mit Felix Plötz: Traumberuf Keynotespeaker

Hier kannst du das Interview mit Felix anhören:

Peter: Hallo liebe Sidepreneure, heute erwartet euch wieder ein spannendes Interview! Und zwar mit Felix Plötz! Der ein oder andere kennt ihn ja sicherlich, weil er schon öfter hier zu Gast war, besonders aus der #FragSidepreneur Reihe, vielleicht aber auch schon aus dem ein oder anderen Sidepreneur Interview.

Öffentliches Speaking, sich als Speaker nebenberuflich selbständig machen

Wir haben heute ein ganz spannendes Thema mitgebracht: „Öffentliches Speaking“, sich als Speaker  nebenberuflich selbstständig machen. Bevor wir in das Thema einsteigen, würde ich dich Felix kurz bitten, dich nochmal vorzustellen und von meiner Seite noch ein herzliches Willkommen zurück im Sidepreneur Podcast.

Wer ist Felix Plötz?

Felix: Hallo Peter, hallo zusammen, ich freue mich, wieder hier zu sein. Ich bin Felix Plötz, 35 Jahre alt. Der ein oder andere kennt mich aufgrund meines Buches „Das 4 Stunden Startup“, wo es um nebenberufliche Gründung geht. Bei mir ist in den letzten Jahren viel passiert, sodass ich mittlerweile als Keynote Speaker unterwegs sein darf. 

Das neue Buch: Traumberuf Keynote Speaker

Peter: Ja, und jetzt hast du ein neues Buch rausgebracht „Traumberuf Keynote Speaker“. Was war deine Motivation, dieses Buch überhaupt zu schreiben?

Felix: Das Buch ist jetzt gerade rausgekommen und es ist eigentlich wie bei den anderen Büchern von mir auch, wie z. B. bei dem „4 Stunden Startup“ das Buch geworden, was ich mir am Anfang meiner Reise gewünscht hätte und was es in der Form irgendwie nicht gab. „Traumberuf Keynote Speaker“ ist ein Blick hinter die Kulissen.

Ein Werkzeugkasten für angehende Keynote Speaker

Ich habe die Wahrnehmung, dass es viele Leute spannend finden, sich damit auseinandersetzen wollen und ich nehme den Leser mit hinter die Kulissen und zeige ihm, was dahintersteckt, wie der Markt aussieht.

Ist das überhaupt ein Traumberuf? Stimmt das überhaupt? Was sind die Up- und Downsides? Was verdienen die Leute? Wie kann ich mich positionieren? Wie kann ich mich einzigartig machen? Wie komme ich an Kunden? Was macht einen guten Vortrag aus? Wie verhalte ich mich auf der Bühne und was kann ich gegen Lampenfieber tun? usw.

Es ist im Prinzip die Motivation gewesen, genau so wie beim 4 Stunden Startup einen Werkzeugkasten zu bauen der von A-Z erst einmal alles an die Hand gibt, dass du dich damit vernünftig beschäftigen kannst.

Motivation für das Buch: Es gab noch kein Buch auf dem Markt

Peter: Du hattest es ja auch bei dem Interview zum 4 Stunden Startup schon einmal gesagt, dass du das Buch damals auch geschrieben hast, weil du kein Buch auf dem Markt gefunden hast, dass dich wirklich abgeholt hat zu dem Thema. So wie ich das verstanden habe, ist das auch so mit dem neuen Buch, richtig?

Felix: Genau.

Peter: Wie siehst du denn die deutsche Speakerszene? Sind wir da noch ganz am Anfang oder ist der Markt schon relativ gesättigt? Wie würdest du das Ganze einordnen?

Der Speaker Markt ist noch nicht gesättigt und offener geworden

Felix: Also der Markt ist in den letzten paar Jahren enorm gewachsen. Ich glaube, er ist noch nicht gesättigt und ich glaube, es ist gerade eine ganz fantastische Gelegenheit, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Der Markt ist in den letzten Jahren einfach viel offener geworden. Du hast jetzt nicht mehr nur die Klassiker, wie Ex-Profisportler oder Überunternehmer oder andere Prominente wie Barack Obama, Bill Clinton. Die gibt es natürlich auch alle noch und die verdienen auch alle gutes Geld, aber auf der anderen Seite ist der Markt faktisch wirklich offen geworden.

Bedarf nach Orientierung und interessanten Meinungen sowie Inhalten

Durch diesen Wandel und die Veränderungsgeschwindigkeit, die wir heute haben, ist der Bedarf nach Orientierung und interessanten Meinungen sowie Inhalten einfach viel größer geworden. Auch durch Formaten wie Podcasts, Blogs und YouTube.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir Leute nach außen treten können, ich erlebe das und ich glaube Peter, du teilst die Erfahrung wahrscheinlich, dass man früher oder später auch angesprochen wird. Man wird mit einem besonderen Thema in Verbindung gebracht und wird irgendwann auf die Bühne eingeladen.

Der erste Bühnenauftritt in 2015

Das war bei mir selbst vor ein paar Jahren auch so. Ich bin das erste Mal bezahlt im Februar 2015 auf die Bühne gegangen und ich erlebe das heute bei ganz vielen, deshalb glaube ich, dass das eine grandiose Gelegenheit ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Sehr gute Honorare möglich

Auf der anderen Seite ist es, und das kann man so offen sagen, wahnsinnig gut bezahlt. Die Honorare reichen von 3.000 € – 5.000€/6.000 €, wenn du ein wirklich bekannter Profispeaker bist auch 6.000 € – 12.000 €.

Das ist die Bandbreite und wenn du wirklich eine Übermarke bist, so wie Apple oder Nike, kann es auch darüber hinaus sein 25.000 € – 30.000 €/40.000 €.  Das bekommen die wirklich bekannten Leute.

Wenn man auf die andere Seite des Teichs in die USA schaut, da sind noch krassere Honorare möglich. Die meisten kennen ja Gary Vaynerchuk, der bekommt für 1 Stunde reden 200.000 $.

Neue Anfragen dank New Work Award

Peter: Wow, das ist mal eine ganz andere Hausnummer. Aber ich glaube auch, die Summen, die du jetzt fallen gelassen hast, sind für den einen oder anderen richtig spannend. Wie du gerade auch gesagt hast, mache ich tatsächlich auch selbst die Erfahrung durch den New Work Award den wir gewonnen haben.

Jetzt kommen die ein oder andere Anfragen, in der man uns darum bittet, über ein bestimmtes Thema zu sprechen, in den meisten Fällen über nebenberufliches Gründen.

Heute gibt es viel mehr Möglichkeiten, mit Themen herauszugehen

Es ist spannend zu sehen, wie sich so etwas auch ergibt. Im Vergleich zu früher, wo es deiner Meinung nach auch relativ elitär war, wer in dieser Szene drin war. Heute haben die Leute ganz einfach andere Möglichkeiten, mit ihren Themen herauszugehen. Wenn sie das gut machen, zwangsweise auch Aufmerksamkeit für ihr Thema zu bekommen und dann auch vielleicht offline erlebt werden wollen.

Felix: Genau! Wir können gleich auch gerne darüber reden, was einen guten Vortrag ausmacht, was auch die Positionierung am Ende ausmacht. Es ist so, du stehst für ein Thema, du hast eine einzigartige Persönlichkeit, Charakter und Stil und den haben die Leuten im besten Fall schon irgendwo mitbekommen, sei es durch einen Podcast oder, dass du mal Gast in einem Podcast warst und du über dein Thema reden konntest, bei mir war es eben genauso.

Die erste Anfrage, als der Stern das Vorwort abgedruckt hat

Die erste Anfrage kam Ende 2014 als der Vorgänger vom 4 Stunden Startup das Buch Palmen in Castrop-Rauxel durch die Decke ging. Wir haben viel Medienaufmerksamkeit bekommen und der Stern hat mein Vorwort abgedruckt. Auf einmal kam eine Anfrage von einer großen Werbeagentur aus München. Die hatten eine richtige Highend Veranstaltung, auf der der Wikipedia Gründer die Keynote gehalten hat. Tagsüber haben sie für ca. 200 Marketingmanager eine Academy gehabt und da durfte ich den Abschlussvortrag halten.

Jährliche Verdoppelung der Auftritte

Die haben mich angefragt, und ich hatte nicht so die richtige Ahnung und habe gesagt „Ich mache das, da habe ich Lust drauf“. Wir haben uns dann über den Preis unterhalten. Ich habe für den ersten Vortrag 3.000 € erhalten und dann war es bei mir eben so, dass ich 2015 5-6 Mal auf der Bühne war, 2016 hat es sich verdoppelt, 2017 auch, 2018 hat es sich mehr als verdoppelt. Das Ergebnis war, das ich bis Ende letzten Jahres 66 Mal auf der Bühne war. Und jetzt 2019 wird es über 100 Mal sein.

Das ist keine Garantie, dass das jetzt bei jeden so funktioniert. Es gehört auch viel Glück dazu und ich erzähle das jetzt nicht, um anzugeben, sondern es zeigt, dass der Weg von 0 auf 100 nicht leicht wird und dir nichts hinterhergeworfen wird, aber auf jeden Fall ist es möglich und realistisch.

Gab es schon einen Plan als Speaker aufzutreten?

Peter: Aber war das, als du dein allererstes Buch geschrieben hast auch schon ein fixer Plan von dir zu sagen „Ok das ist ein Türöffner für mich, um auch als Speaker rauszugehen“ oder kam das auch erst einmal auf dich zu und musstest du irgendwie drauf reagieren?

Felix: Ich konnte mir das schon von Anfang an vorstellen. Ich hatte damals davon gehört, dass andere Leute Vorträge halten. Mich hatte das inhaltlich gereizt, auf die Bühne zu gehen. Wenn du etwas zu sagen hast und auf der einen Seite hören dir die Leute zu. Du kannst ihnen auch einen Wert geben, sonst würden sich dich auch nicht einladen, das fand ich schon sehr spannend.

Du musst an verschiedenen Stellen schrauben, die den Wert ausmachen

Aber, du kannst das aus meiner Sicht nicht fix planen. Heute nimmst du dir das vor und übermorgen bist du das. Du musst an verschiedenen Stellen schrauben, die letztlich den Wert als Speaker ausmachen. Am Ende ist das genau deine Positionierung.  Was gehört dazu und was ist der Wert, den du bringen kannst. Deswegen war die Möglichkeit schon in meinem Kopf, das zu tun und als die Anfrage kam, habe ich mich gefreut.  Als ich dann gesehen habe, das läuft einigermaßen, das macht mir Spaß, dann habe ich das auch als Geschäftsmodell verstanden und skaliert.

Das Geschäftsmodell und – wie ordne ich meine Leistung ein?

Peter: Lass uns gleich mal bei dem Geschäftsmodell bleiben. Du hattest gerade schon gesagt, du hattest deine erste Anfrage bekommen und den Preis genannt, 3.000 € für deinen ersten Vortrag. Wie bist du überhaupt auf so eine Summe gekommen? Wenn ich meine erste Anfrage bekommen würde und mich mit niemanden darüber austauschen könnte, würde ich mich total schwer tun, das einzuordnen, was meine Leistung als Speaker überhaupt wert ist, auch zu Beginn.

Felix: Das ist auch schwierig, deswegen ist das Thema auch im Buch mit drin. Aber es gibt Möglichkeiten. Es gibt Speaker, die schreiben ihr Honorar mit auf die Seite. Die Kurzfassung ich habe mich einfach im Web umgeschaut, habe gegoogelt. Wen gibt es, was bieten die an, wo stehen die. Dann war es natürlich auch eine gute Portion Poker.

Eine gute Portion Poker

Die hatten am Anfang 2.000 € gesagt. Na gut, die sagen jetzt nicht 300 € oder so. Da habe ich gedacht, weißt du was, sag’  einfach mal 3.000 €. Mal sehen, wie die reagieren. Wenn die aus dem Fenster springen, dann war es zu hoch und wenn die sagen „Eigentlich haben wir nur 2.000 € gedacht, aber gut“, dann wird das schon so passen.

Im Vorgespräch haben sie mir gesagt, dass sie Jimmy Wales haben. Er bekommt 50.000 € für eine Keynote. Es war daher irgendwie klar, dass ein Budget in irgendeiner Form da sein muss und dann war es ein bisschen Verhandlung und Poker.

Das Thema Preisfindung inklusive “Hausnummern” ist im Buch enthalten

Peter: Total spannend und ich durfte ja auch schon ins Buch reinschauen. Dort geht es auch nochmal tiefer in die Preisfindung mit hinein. Du nennst auch Hausnummern. Ich fand es auch sehr interessant einfach mal zu verstehen, was der Wert dahinter ist, den ich auch verlangen kann. Sonst ist es wie mit jedem anderen Geschäftsmodell auch, dass man sich an seine eigenen Werte auch ein bisschen rantasten muss. Aber das hattest du gerade auch schon ein bisschen anklingen lassen.

Felix: Genau, du musst dich selbst rantasten und das Selbstvertrauen aufbauen.  Der Wert, den du bringst, spiegelt sich im Preis wieder. Auf der einen Seite, dass du nicht zu verrückt spielst und zu hoch forderst. Aber auch, dass du auch nicht ewig bei 1.000 € bleibst. Das hilft dir am Ende auch nicht, weil auch viel Arbeit dahintersteckt.

Konsequent den Preis gesteigert

Bei mir ist es so gewesen, ich habe konsequent mein Honorar gesteigert. Jahr für Jahr, teilweise auch 2 Mal im Jahr und deswegen hat es immer gut gepasst, und wären die Auftragszahlen irgendwann eingebrochen, dann hätte ich mir meine Gedanken gemacht, aber dadurch, dass sich eine Wachstumsrate von 100 % Jahr für Jahr hatte, war das kein Problem, das Honorar zu steigern.

Peter: Jetzt bist du ja Profi Speaker. Das ist auch dein Hauptbusiness aktuell, aber unsere Zuhörer sind ja erstmal nebenberuflich selbstständig oder wollen es werden. Würdest du sagen, dass man in die Speaker Szene auch nebenberuflich starten kann oder ist es anfangs vielleicht sogar sinnvoll?

Alle starten nebenberuflich als Speaker!

1. Um das Risiko gering zu halten

Felix: Ich würde sogar sagen, das machen alle und zwar aus verschiedenen Gründen. Als erstes ein privater. Ich bin ein Riesenfan von nebenbei etwas machen, sonst hätte ich das Buch nicht geschrieben. Sonst wäre auch ich nicht so oft bei dir im Podcast Peter und wir hätten nie #FragSidepreneur gemacht. Nebenbei gründen ist per se einmal eine richtig gute Idee.

Warum ist das so? Auf der einen Seite, weil das Risiko relativ gering ist und auf der anderen weil ich mir ein proof of concept verschaffe. Das gilt auch an dieser Stelle!

Wenn du das nebenbei anfängst, kannst du erstmal sehen, wie es läuft. Was ist mein Preis, wer sind meine Kunden, was ist mein USP usw.  Es ergibt absolut keinen Sinn, wenn du das, was du heute machst kündigst und dich dann ins kalte Wasser stürzt, um zu merken, du ertrinkst.

2. Wenn deine Marke noch nicht da ist

Der zweite Grund ist, wenn du anfängst und eben deine Marke noch nicht da ist. Der Wert nach außen ist noch nicht sichtbar und dein Inhalt und deine Worte sind noch nicht so geschliffen. Dann wirst du auch nicht von heute auf morgen 100 Vorträge bekommen. Auch nicht 20 oder 30, es wird sich irgendwie organisch entwickeln. Deshalb ist es nahezu zwangsläufig, dass du es nebenbei machst.

3. Du bist für etwas bekannt und führst das weiter

Der dritte Grund ist, du bist ja für irgendetwas bekannt. Es muss irgendeine Verbindung zu deinem echten Leben, zu deiner Expertise, zu deiner Story geben. Es macht Sinn, dass du die weiterführst. So habe ich das auch gemacht!

Wir haben den ersten Influencer Verlag in Deutschland gegründet und zwar sehr früh nach 10 Monaten verkauft, aber ich bin jetzt über 3 Jahre mit an Bord geblieben und habe das aufgebaut.

Wie kannst du über ein Thema sprechen, wenn du nicht damit in Kontakt bist?

Das hat sehr viel Input für meine Vorträge gegeben. Wie könnte ich über die digitale Generation sprechen, wenn ich nichts mit der digitalen Generation zu tun habe, wenn ich nicht mit Influencern jeden Tag in Kontakt wäre und deren Zielgruppe.

Es bringt deine Story weiter, es befeuert deine Expertise!

Also wirklich glasklare Empfehlung, mach das nebenbei und macht es so lange wie möglich nebenbei. Wenn du irgendwann an einem Punkt bist, wie ich und viele andere da draußen, wenn du 50, 60 oder 70 Vorträge im Jahr machst, dann wird es einfach sehr schwer, etwas nebenbei mit einer Ernsthaftigkeit zu machen.

Noch 1000 andere Sachen nebenbei

Ich schreibe ja auch noch Bücher, ich habe den Corporate Entrepreneurs Podcast mit dir zusammen, ich habe die Businesspan Kolumne und ich muss mir über meine Vorträge immer weiter Gedanken machen. Also es sind nebenbei noch 1.000 andere Sachen, ich muss mich mit meinen Mitarbeitern austauschen und ich hätte im Moment auch nicht die Lust und schlichtweg nicht die Zeit und die Energie z. B. ein neues Startup zu gründen. Es würde gar nicht passen.

Klare Empfehlung: Starte nebenher

Peter: Aber da auch die klare Empfehlung, das macht absolut Sinn und ab einem gewissen Punkt muss man sich auch einfach entscheiden, wie groß das Ganze werden soll oder wie groß das Businesskonzept, das ich für mich kreiert habe auch sein soll.

Felix: Genau. Man kann sich ja auch wirklich Vorbilder suchen, das sage ich auch im Buch wenn es um Pricing geht oder um das Thema Vertrieb, Positionierung. Schaut euch doch einfach mal andere Leute an. Bitte kopiert niemanden, das ergibt keinen Sinn, weil du der Zweite bist der kopiert, das ist nicht cool.

Schau Dir andere Speaker an ohne zu kopieren

Aber z. B. ein Frank Thelen oder Jochen Schweizer, die Leute sind ja wahnsinnig bekannt, die verdienen einen Haufen Geld mit dem, was sie sonst im Leben machen und trotzdem gibt es ihnen etwas was auf die Bühne zu gehen. Und sie skalieren das auch nebenbei und gehen immer häufiger auf die Bühne und sind immer erfolgreicher.

Das ist auch der zweite Grad über den ich noch mal sprechen würde, wenn wir darüber reden, ob das ein Traumberuf ist.

Wenn es nur ums Geld geht, geht es nicht nach oben

Es geht nicht nur ums Geld. Wem es nur ums Geld geht, der wird auch nicht hoch kommen, weil es gleichzeitig auch eine Verantwortung ist. Du gehst auf die Bühne, da sitzen 100, 300, 500, 1000 oder 2000 Leute vor dir und hören dir 1 Stunde zu. Das ist eine enorme Verantwortung und wenn du dann nichts zu sagen hast oder über dich redest aus irgendwelchen Egomotiven oder du pitchst oder so, dann ist das ganz falsch und dann wirst du auch nicht erfolgreich sein. Die Kundenperspektive, was kann ich den Leuten die vor mir sitzen geben, die ist so wichtig.

Das Fundament: eine Mission

Peter: Also hilft es auf jeden Fall oder ist das tragende Fundament des Ganzen, wenn man auf einer Mission ist. Wir sind z. B. auch auf der Mission, dass wir dieses Thema nebenberufliches Gründen und alternative Gründungsmethoden, wie auch Entrepreneurship in Deutschland voranbringen und viele Leute darauf hinweisen wollen, dass es auch Möglichkeiten gibt.

Das ist unsere Mission, unsere Leute zum Gründen zu bringen, die sonst nicht klassische Gründer werden. Das heißt mit dieser Mission, die einen trägt, kann man auch ganz anders überzeugen auf der Bühne.

Dein Thema muss das Publikum betreffen

Felix: Das gehört absolut dazu. Eine Mission wofür stehst du, was ist dir wichtig. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, das habe ich gerade schon gesagt, dass es das Publikum betrifft. Das sind deine Kunden, du musst kundenzentriert sein, auch als Speaker. Warum sage ich das und betone ich das so sehr? Ich erlebe es einfach ganz häufig, gerade Gründer, die auf die Bühne gehen, sind häufig im Pitchmodus. Das ist okay, wenn es eine Konferenz ist, wo ich weiß, da sitzen jetzt 500 Investoren.

Wenn aber die Leute eingeladen werden und bekommen irgendwie ihr erstes Honorar 1.000 € – 2.000 € und pitchen ihre Startup Idee runter, dann ist das Missbrauch am Publikum. Das haben die nicht von dir erwartet, dafür bezahlen die nicht und das ist auch kein Wert, denen du gibst. Sondern im Prinzip versucht du Wert durch die zu generieren und das ist halt nicht cool.

Ein Gedankenspiel: Welche Steps bis zur ersten Keynote?

Peter: Wir sind ja in der Frag Sidepreneur Folge 19 eingegangen. Lass uns doch einmal, wenn du Lust hast, ein Gedankenspiel machen.

Ich bin ganz am Anfang. Ich bin vielleicht erfolgreicher nebenberuflicher Gründer und habe meine Nische gefunden. Was wären für dich die ersten Steps bis zur ersten Keynote, die ich halte?

Felix: Ist das ein Gedankenspiel, Peter oder reden wir über dich?

Peter: Wir können auch über mich reden.

Felix: Wie du magst, wir können es auch anonym halten.

Peter: Ja, tatsächlich bin ich in einer ähnlichen Situation. 😉

Wie würde ich starten?

Felix: Also die Persona bist du, nebenberuflicher Gründer, erfolgreich. Du hast ein Thema und Mission, bist für Vorträge eingeladen. Wir können auch über dich reden.

Peter: Ja, dann lass uns das doch an meinem Beispiel machen.

Felix: Wenn du das willst, ich will dich auch nicht drängen.

Peter: Gerne.p

Die wichtigsten Schritte

Peter: Was wären deine wichtigsten Schritte, wenn ich jetzt meine Positionierung gefunden habe, bis hin zur ersten Keynote. Was würdest du sagen, was sind die wichtigsten Steps.

Felix: Im Prinzip sind schon einige Steps impliziert, in dem, was wir jetzt angenommen haben. Also du bist jemand mit einer Expertise. Du stehst für ein Thema, mit einer Reichweite und du bist auch eingeladen worden. Das heißt du bist ansprechbar.

Skalieren

Der nächste Schritt wäre, das in einer gewissen Art und Weise zu skalieren. Du bietest es noch anders an. Eine explizite Page,  bspw. peter-lutsch.com und da ist ein Button „Speaking“. Darunter steht, was deine Themen sind. Idealerweise auch, was deine Vorträge sind. Du hast Fotos von dir auf der Bühne, ein Video davon, wie du bist. Das wären an der Stelle die nächsten Schritte.

Investiere jede freie Minute in den Vortrag

Wenn nehmen an du hast den ersten Vortrag in der Tasche. Dieser ist in 3 Monaten. Das ist so eine typische Größenordnung, vielleicht 6 Monate. Dann wäre meine Empfehlung, setz dich hin und investiere jede freie Minute in den Vortrag. Das ist ein Haufen Arbeit.

Unterschied, ob man einfach etwas erzählt oder ein Keynote hält

Das ist ein Riesenunterschied, ob ich auf die Bühne gehe und ein bisschen was erzähle und Slide popped auf und ich sehe, ach ja, Stichpunkt 3 da fällt mir bestimmt gleich was zu ein oder ob ich wirklich eine Keynote halte. Die Keynote bedeutet, ich kann dich nachts um 3 Uhr wecken, und du kannst mit deinem Vortrag anfangen. Warum ist das so? Wir sind hier wieder beim Thema Wert. Du hast dir vorher ganz klar überlegt, was will ich dem Publikum mitgeben?

Es kann nur funktionieren, wenn Du den Zeitslot exakt ausfüllst

Du wirst für einen gewissen Zeitslot gebucht. Wenn du für 45 Minuten gebucht wirst, dann kann es nicht funktionieren, dass du 1,10 Stunden redest, weil es sich so gut angefühlt hat. Es kann eben auch nicht funktionieren, dass du nach einer halben Stunde fertig bist oder die Hälfte vergessen hast.

Das heißt du musst vorher sicherstellen, dass dein Produkt funktioniert. Dass du wirklich 45 Minuten ablieferst.

Es ist super viel Arbeit

Um an der Stelle den Aufwand klarzumachen: Es ist wirklich super viel Arbeit. Wenn du dir zum Beispiel vor Augen führst, wenn ich fünf bis sechs Minuten rede, dann sind das, in dem was ich herunterschreibe an Material, 7000 Zeichen. Das heißt für eine Stunde ungefähr 70.000 Zeichen. Das ist verdammt viel. Also das ganze Das 4 Stunden Startup hat 350.000 Zeichen.

Es ist ein guter Teil vom Buch, den du so für einen Vortrag aufschreiben musst. Dann hast du es erst einmal nur geschrieben. Der nächste Schritt ist, dass du es noch auswendig lernen musst. Es reicht nicht, es dir einmal anzugucken. Ich muss dich wirklich nachts wecken können und du musst deinen Text können. Das ist wirklich enorm viel Zeitaufwand. Deswegen: Wenn deine erst Einladung für einen Vortrag zum Beispiel in drei Monaten ist, würde ich dir empfehlen, dass du dich sofort dransetzt.

Peter: Vielleicht nicht sofort gleich für eine Stunde.

Felix: Ja, das kannst du dir vielleicht nicht aussuchen. Wenn es eine Stunde ist, dann ist der Aufwand natürlich deutlich größer als wenn’s 20 Minuten sind. Das liegt auf der Hand.

Warum ist es wichtig, das so exakt vorzubereiten und auswendig zu können

Lass uns ganz kurz noch einmal überlegen, warum es so wichtig ist, das so drin zu haben. Denn ich könnte mir vorstellen, dass jetzt der ein oder andere Zuhörer mit der Stirn runzelt und sagt: Na, wie soll ich mir das so genau aufschreiben und dann noch auswendig lernen? Das muss doch furchtbar sein, wenn man das auf der Bühne hört.

Comedians machen nichts anderes

Das ist nicht so. Wenn man sich die Comedians ansieht wie Felix Lobrecht, Atze Schröder und wie sie alle heißen, die machen nichts anderes. Die denken sich ihr Programm aus. Wissen genau, welcher Witz wo funktioniert. Was die jetzt erzählen. Welche Story gut funktioniert und man merkt denen das nicht an.

Auf der Bühne stehen ist Stress

Wenn du auf der anderen Seite auf der Bühne bist, ist das eine Stresssituation, wenn da 300 Leute oder vielleicht mehr vor dir sitzen. Dann hast du Stress. Du bist nervös und du hörst dich zum ersten Mal selbst. Du wirst vielleicht von Scheinwerfern geblendet. Dann funktioniert vielleicht die Technik nicht genau so, wie du dir’s vorgestellt hast. Wenn du dich dann noch erinnern musst, was wollte ich überhaupt erzählen, dann ist das der Buffer-Overload. Das funktioniert einfach nicht.

Du musst dein Handwerk können

Das heißt, du musst dein Handwerk komplett beisammen haben, damit du die Kapazität frei hast für alle Dinge, die passieren können.

Peter: Also weniger dem Zufall überlassen. So gut wie möglich durchplanen, damit man nachher nicht vor lauter Improvisieren gar nicht mehr wieder ins Thema reinkommt.

Die Message und der Mehrwert ist identisch beim Vortrag wie auch beim Blog

Felix: Genau, du überlegst zum Beispiel bei jedem Blogbeitrag, den du schreibst, was will ich meinem Leser mitgeben. Du schreibst nicht einfach `drauf los. Zumindest am Ende, wenn du es hochlädst, musst du einen Bogen haben. Einen Anfang, Mittelteil, Ende und es muss eine Message `rübergekommen sein und Mehrwert. Das ist eben die gleiche Aufgabe beim Vortrag  und deswegen ist es total wichtig zu konzeptionieren und aufzuschreiben.

Peter: Dann hat man diesen Vortrag für sich schon einmal eingeübt und hat den ‚drauf. Was wäre denn der nächste Schritt?

Realitätscheck

Felix: Genau, wenn du für dich das Gefühl hast, du hast das jetzt im stillen Kämmerlein geübt und du bist einigermaßen sicher. Du wirst nicht so sicher sein, wie du es nach 30 Vorträgen bist. Gar keine Frage.  Aber der nächste Schritt sollte sein, geh‘ raus. Erzähl den Vortrag deiner Freundin. Erzähl den deinen besten Freunden.  Erzähl den irgendwem, der das beurteilen kann.

Denn dann stellt sich heraus, ob der Vortrag konzeptionell wirklich so funktioniert, wie du dir’s gedacht hast. Kommt der Inhalt vernünftig `rüber? Funktionieren die Storys, die du erzählst? Funktionieren die Beispiele? Funktionieren die Slides? Also mach einfach einen Realitätscheck. Genauso wie beim Das 4 Stunden Startup. Das Start-up-Thinking. Geh’ raus und mach’ einen Realitätscheck.

Du wirst Feedback auf dich bekommen

Vor allem wirst du dann ein Feedback auf dich selbst bekommen. Bist du zu schnell? Bist du zu leise? Wie ist deine Gestik? Bist du lebhaft? Macht es Spaß dir zuzuhören oder musst du noch daran arbeiten?

Peter: Okay, das heißt, wir haben jetzt den Vortrag drauf. Wir haben den beim Publikum ausgetestet. Geprüft, wie er wirkt. Dann geht’s Richtung des Tages der Tage, an dem man den Vortrag hält. Oder gibt es da noch ein Punkt davor?

Felix: Also in der Vorbereitung nicht. Aber es ist üblicherweise so: Du wirst gebucht. Wenn du ganz frisch bist, reden die am Anfang dann direkt mit dir und sagen, so und so stellen wir uns das vor. Wenn du irgendwann weiter fortgeschritten bist, dann reden die mit deiner Assistenz und dann erst mit dir persönlich zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist das sogenannte Briefing.

Briefing circa 2-3 Monate vor dem Termin

Das ist bei mir in der Regel so acht Wochen vor dem Termin oder drei, zwei Monate vorher, wo man wirklich teilweise auf dem Level CEO, Geschäftsführung oder Bereichsleiterebene spricht. Was stellen die sich wirklich konkret vor? Was soll das sein? Wer ist das Publikum? Welche Erwartungen haben die an den Vortrag? Was soll die Botschaft sein usw.? Das heißt, das ist im Verarbeitungsprozess noch der nächste Schritt. Dann gibt’s bei mir immer noch eine Organisations-Mail. Ich frage organisatorische Dinge ab, damit wir die schwarz auf weiß haben.

Alles ist geklärt, organisatorisch und inhaltlich, der Tag der Tage

Letztlich fährst du dann einfach zum Termin hin. Alles ist geklärt, organisatorisch und inhaltlich. Dann geht’s einfach darum, an dem Tag, grade wenn’s der erste Vortrag ist, klarzukommen.

Vor lauter Aufregung im Winter ohen Jacke um den Block gelaufen

Also, wenn ich mich an meinen ersten Vortrag erinnere: Ich war wahnsinnig nervös. Ich konnte morgens nichts frühstücken. Ich habe in einem tollen Hotel gesessen, am tollsten Buffet, ich habe ein ¾-Brötchen runtergekriegt, quer. Das hat kein Spaß gemacht. Der Vortrag war mittags. Ich war um 11 Uhr da und ich war so aufgeregt, dass ich geschwitzt habe. Mir war so warm, dass ich in München, im Winter ohne Jacke um den Block gelaufen bin. Einfach weil ich nicht klar kam, weil mir so warm war. Ich habe mir meinen Vortrag wieder aufgesagt. Meinen Anfang aufgesagt. Mich beruhigt usw.. Ich bin dann rein, war dann eine ¾-Stunde später dran.

Der Vortrag

Dann bin ich auf die Bühne und das Spannende war:  Ich habe meinen Vortrag gehalten und bin nach fünf bis sieben Minuten dann wirklich komplett eingestiegen. Ich hatte alles eingeübt und konnte mich entspannen, auch wenn ich immer total aufgeregt war. Gar keine Frage.  Aber nach einer ¾-Stunde war‘s dann zu Ende. Leute haben gesagt, das war total cool. Machen Sie das häufiger? Wir haben Sie noch nie irgendwo gesehen. Das war super professionell. Die haben gar nicht gemerkt, wie nervös ich immer noch war. Das fand ich spannend.

Der Kontrast zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung: Mir haben die Knie geschlottert

Dieser Kontrast zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung. Ich bin von der Bühne runter und habe mit den Leuten geredet, bin durch zum WC. Mir haben die Knie geschlottert. Wirklich, ich stand da und meine Knie haben gewackelt. Das hat aber keiner gemerkt. Das finde ich, ist ein entspannendes Learning, was einem Mut gibt für die nächste Male. Du bist immer noch aufgeregt, gar keine Frage, aber ob die Leute das so mitkriegen, sei dahingestellt.

Man sollte Respekt mitbringen für sein Publikum

Peter: Ja, ich denke man hat immer eine gewisse Anspannung. Wenn die komplett weg wäre, dann würde man etwas nicht richtig machen. Denn man sollte diesen Respekt mitbringen für sein Publikum. Wenn man die Leidenschaft dafür verliert, sodass es nur noch business-as-usual ist, und man sich gar nicht mehr drauf einstellen muss, dann ist es vielleicht nicht der richtige Weg. Ein bisschen angespannt muss es, glaube ich, sein.

Ohne Adrenalin machst du keinen guten Vortrag

Felix: Ja, genau, das ist bei mir immer noch so. Also ohne Adrenalin machst du keinen guten Vortrag.  Völlig klar. Aber es gibt irgendwann in deiner Laufbahn einen Wendepunkt. Am Anfang ist es Panik, Unsicherheit und Angst. Dann ist es einfach eine Angespanntheit, Leidenschaft und eine erregte Freude. Das ist ein Wendepunkt und das ist nicht von Anfang an so, außer du bist einfach sehr cool. Also ich war’s nicht.

Peter: Ja, das ist ja schön zu hören, dass es dir am Anfang nicht anders ging. Nicht schön für dich, aber schön für unsere Zuhörer. Hast du gerade mit dieser Anspannung direkt vor dem Vortrag, noch einen Tipp. Vielleicht aus deiner eigenen Erfahrung? Wie bringst du dich kurz runter, damit du dann durchstarten kannst?

Routine vor dem Vortrag

Felix: Ich habe eine Routine entwickelt über die letzten Jahre, die ich im Buch beschreibe. Es ist Entspannung und dann ist es Anspannung. Ähnlich, wie es Sportler machen. Wenn du die siehst, die liegen irgendwo. meditieren, dösen vor sich hin. Von außen sieht das bei mir vielleicht auch manchmal so aus. Manchmal ist es wirklich so, dass ich noch ein Nickerchen vorher mache (10-Minuten-Powernap). Einfach, um komplett runterzufahren. Oder ich meditiere für eine Viertelstunde um den Kopf komplett leer zu bekommen.

Entspannung und Anspannung, ähnlich wie bei Sportlern

Wenn ich das gemacht habe, fängt meine Routine an. Das sind Atemübungen. Ich mache mich stimmlich warm. Ich spreche mich ein. Ich aktiviere mich körperlich wieder. Das ist wieder ein ganz gutes Beispiel, wenn man sich Sportler anguckt, was die machen. Wenn die am Startblock stehen. In die Hände klatschen und so. Das mache ich auch. Das sieht mit Sicherheit total banal aus, aber mich sieht keiner. Wenn ich das Programm komplett durchhabe,  zwischen Entspannung und Aufputschen, dann geht’s los.

Dann geh´ich raus..

Dann geh ich raus. Bin völlig auf der Höhe. Völlig im Betriebsmodus. Kann mit Leuten ganz entspannt reden. Bin entspannt. Kann lachen. Witze machen. Geh auf die Bühne und kann abliefern.

Peter: Sehr cool. Ich denke, das hilft schon mal einigen Leuten weiter, dass sie das mit der Entspannung und Anspannung übernehmen. Bei mir ist das ähnlich. Im kleineren Rahmen natürlich. Kurz bevor ich auf eine Bühne gehe, bin ich meistens noch einmal auf dem WC, hinter der Bühne und mache das Powerposing. Das hilft mir zum Beispiel, mich ein bisschen zu aktivieren.

Wie geht es direkt nach dem Vortrag weiter?

Gibt es da noch einen Punkt direkt nach dem Vortrag, der noch wichtig ist um den Tag abzuschließen? Denn ich kann mir vorstellen, dass relativ viele Leute nach dem Vortrag auf einen zukommen. Je nachdem, wie das natürlich von dem Programm getaktet ist. Aber ich vermute, dass man nicht sofort von der Bühne aus den Augen aus dem Sinn ist.

Felix:  Ja, genau. Es kommen Leute auf dich zu. Es kann teilweise sein, dass es ein moderiertes Q&A gibt. Das ist ein sehr, sehr spannender Teil, weil es eine Herausforderung ist.  Da sitzen ca. 100 CEOs, die noch einmal nachbohren. Dann ist es gut, wenn du Antworten hast. Das bringt dich natürlich weiter.

Challenge und Priviligien des Traumberufes

Das ist die Challenge im Beruf und entwickelt letztlich deine Vorträge und deine Inhalte weiter. Ansonsten kommen einfach Zuschauer zu dir und wollen mit dir plaudern. Wollen vielleicht ein Autogramm. Wollen ins Gespräch kommen. Das macht einfach wahnsinnig Spaß.

Das ist eins der großen Privilegien, find ich, in diesen Berufen. Das macht es zum Traumberuf, dass du innerhalb von kurzer Zeit so viele unterschiedliche Branchen, Menschen, Märkte, Produkte und einfach ein Feeling für ganz unterschiedliche Unternehmen kriegst.

Eine typische Woche

Also, eine typische Woche ist: Dienstagmorgen Mannheim beim Pharmahersteller, nachmittags in Frankfurt bei einem Finanzunternehmen, Mittwoch in Berlin, Freitagmorgen in Hamburg. Dann fliegst du übers Wochenende nach Madrid, weil du da Montagmorgen auf einem Kongress einen Vortrag hast. Das ist natürlich super intensiv. Du bist nicht zu Hause gewesen in der Zeit. Du hast einen riesigen Input. Das ist super, super bunt und spannend. Das macht es dauerhaft interessant.

Es hat eine Saisonalität

Mir fällt noch grade zum Thema Traumberuf ein: Es hat eine Saisonalität. Die ergibt sich direkt aus dem gesunden Menschenverstand heraus. Zwischen Jahresende, Mitte Dezember bis Anfang Januar, ist Weihnachten und der Jahreswechsel. Da passiert nicht viel. Zumindest für mich nicht. Vielleicht ist es bei einem Kollegen anders. Ich kenne keinen. Bei mir ist es eben auch so. Und von Mitte Juli bis Mitte August passiert nicht viel.

Das heißt, bei mir ist es effektiv so: Ich arbeite zehn Monate Vollgas. Bin viel unterwegs. Habe dann aber zwei Monate im Jahr frei. Was ich in den zwei Monaten mache, ist mir überlassen: Ob ich an einem neuem Buch arbeite oder mir eine neues Thema ausdenke oder in Urlaub fahre. Das ist dann mein Ding. Das ist ganz cool.

Rückblickend: Tiefschlag und Höhepunkt

Peter: Sehr cool. Wenn du jetzt auf deine eigene Erfahrung, deine eigene Laufbahn als Keynote-Speaker ein bisschen zurückblickst, da gab es doch sicherlich einen absoluten Tiefschlag und einen absoluten Höhepunkt. Kannst du uns da einen persönlichen Einblick geben?

Felix: Also Tiefschlag: Wenn ich im Nachhinein meine ersten eins, zwei, drei Vorträge Revue passieren lasse (vom zweiten und dritten gibt es tatsächlich ein Video bei mir), ist es schon ein krasser Unterschied, wie man sich entwickelt hat. Das würde ich nicht unbedingt als Tiefschlag sehen, sondern positiv als Lernkurve.

Eher eine Lernkurve denn ein Tiefschlag

Damals war es nicht so toll. Man erlebt eigentlich,  ich zumindest, moderationstechnisch die coolsten Sachen. So eine Klassiker ist: 500 Leute, der Chef auf der Bühne. Was sagt er zu seinen 500 Leuten? Hier ist Felix Plötz. Ich habe ihn vor vier Wochen auf einer Veranstaltung gesehen. Das war super. Begrüßen Sie mit mir…   Dann gucken dich 500 Leute an und denken: Wer ist das? Wovon redet der? Was ist das Thema? Habe ich gar nicht verstanden.

Ein Professor moderiert an: Ich kenne ihn nicht. Herzlich willkommen…

Ich habe es einmal erlebt, dass mich jemand anmoderiert hat, ein richtiger Professortyp.  Ein Professor, wie du ihn dir vorstellst. Der guckt auf seinen Moderationszettel und sieht meinen Namen, und sagt, begrüßen Sie mit mir Felix Plötz. Ich kenne ihn nicht. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Naja, aber er hat jetzt eine Stunde Zeit sich hier bekannt zu machen. Herzlich willkommen. …

Ein harter Einstieg, aber mit einem Lachen auf die Bühne

Das ist natürlich ein harter Einstieg gewesen. Ich war perplex. Ich musste lachen und bin mit einem Lachen auf die Bühne gekommen. In der letzten Reihe habe ich die Veranstalterin gesehen, die mich eingeladen hatte. Sie war knallrot im Gesicht und es war ihr peinlich. Aber es war natürlich direkt die Sympathie im Publikum da. Es war einer meiner spaßigsten, tollsten Vorträge, wo am Ende drei Folgeaufträge herausgekommen sind. Insofern, toi toi. Ich habe bisher keinen echten Tiefschlag erlebt. Das hat sich bisher bei mir alles so gewendet.

Absolute Höhepunkte?

Peter: Nun in die positive Richtung. Gab es einen absoluten Höhepunkt?

Felix: Höhepunkte gibt es natürlich echt viele. Teilweise sind es individuelle, weil du nach Madrid eingeladen wirst oder sonstwohin ins Ausland. Ich habe vor ein paar Tagen im Adlon übernachtet. Da würde ich mich normalerweise nicht buchen. Das ist mir nicht so wichtig. Dafür würde ich persönlich kein Geld ausgeben. Aber wenn du da bist, ist es einfach ein Erlebnis, was du sonst nicht bekämst.

Gedankentanken, 1500 Leute

Auf der anderen Seite waren mit Sicherheit meine zwei größten Highlights, meine größten Veranstaltungen: Das war bei Gedankentanken Anderthalbtausend Leute. Das Video gibt es übrigens im Netz, wenn es irgendjemanden interessiert.

Peter: Wir verlinken das gerne.

Messe Stuttgart, 3000 Besucher

Felix: Genau, das andere waren knapp 3000 Leute in der Messe Stuttgart. Das war eine riesige Veranstaltung von der Handwerkskammer. Das war dann eben keine Rednernacht, wo dann auch zehn andere auf der Bühne sind, sondern ich war der einzige Keynote-Speaker. 3000 Leute sitzen vor dir und du hast abzuliefern. Das hat mega gut funktioniert. Es war toll.  Es hat Spaß gemacht. Es ist eine krasse Energie im Raum, die du sonst nicht erlebst. Das waren die Highlights.

Peter: Sehr cool. Wenn jemand sagt, das hat richtig gut geklungen, was der Felix uns auf den Weg mitgegeben hat. Was würdest du dieser Person, die starten möchte, als wichtigstes Learning aus deiner Erfahrung mitgeben wollen.

Das wichtigste Learning: Nimm das ernst

Felix: Ich glaube, das wichtigste Learning, habe ich eigentlich vorhin schon gesagt. Das ist das „Nimm-das-ernst“. Also freu dich, wenn du eingeladen wirst und schätze das wert.  Genieß das, auch wenn du auf der Bühne bist. Aber nimm die Sache ernst und bereite dich wirklich, wirklich  gewissenhaft vor mit allen Aspekten, die dazugehören, nämlich Vortrag inhaltlich, deine Performance. Funktioniert alles, was du dir ausgedacht hast? Damit du wirklich den Wert liefern kannst, für den du eingekauft worden bist.

Welche Themen werden im neuen Buch behandelt

Peter: Jetzt haben wir eingangs schon bisschen von deinem Buch gehört, deinem neuen: Traumberuf Keynote-Speaker. Aber mich würde natürlich noch interessieren, was in dem Buch alles abgehandelt wird. Welche Themen werden behandelt und wo kann ich es kaufen?

Felix: Also kaufen kannst du es überall. Das ist in jeder Buchhandlung verfügbar. Amazon, Thalia, online, offline.

Alles von A bis Z

Wie eingangs gesagt, ist das als Werkzeugkasten von mir gedacht. Das heißt, es gibt dir von A bis Z alles an die Hand, was du wissen solltest. Das heißt, es fängt damit an: Was ist der Beruf Keynote-Speaker? Wie sind die Honorare? Wer kriegt das? Warum kriegt er das? Warum ist das ein Traumberuf? Warum ist das cool?

Positionierung

Dann ganz wichtiger Teil, den wir heute noch gar nicht behandelt haben, aber er ist eigentlich mega wichtig, ist die Positionierung. Also, was macht dich besonders? Was ist deine Story? Was ist deine Haltung? Wie inszenierst du dich? Wie grenzt du dich von anderen ab? Das ist extrem wichtig für den Erfolg.

Was macht ein guten Vortrag aus?

Das ganze Thema, was macht einen guten Vortrag aus: Was für einen Titel? Wie kriegst du das Publikum? Was sind klare Botschaften? Wie vermittelst du die? Was ist mit der Performance usw.

Wie kommst du an Kunden?

Der letzte Teil des Buches ist, wie du an Kunden kommst. Wie funktioniert das Marketing, was vielleicht viele Sidepreneure aus ihrem Business schon wissen: Website usw. Kurz angerissen. Dann geht es sehr schnell auf die Aspekte, die viele Leute daraus noch nicht wissen: Was ist die relevante Zielgruppe. Wer ist der Entscheider? Wie funktioniert das mit den Redner-Agenturen. Wann sollte ich mich bei denen bewerben? Interessieren die sich überhaupt für mich? Was brauchen die von mir usw.?

Du hast in 220 Seiten alles an der Hand, was du brauchst

Sodass du am Ende, wenn du das Buch zumachst nach 220 Seiten, alles an die Hand gekriegt hast, was du brauchst. Also was ein Buch liefern kann.

Bitte schreibt keine Amazon-Rezension und sagt, ich bin immer noch kein Speaker. Ich habe grade 200 Seiten gelesen und mich hat noch keiner gebucht. Also das funktioniert natürlich nicht….. aber es ist in den 200 Seiten natürlich alles enthalten, was man irgendwie wissen sollte.

Peter: Da wollte ich noch einmal einhaken. Ich durfte es schon lesen. Ich habe das natürlich gleich verschlungen, weil es mich jetzt grade betrifft, in meinem jetzigen Status als Betreiber von Sidepreneur. Ich finde, es gibt eine sehr gute Anleitung.

Kommt in die Umsetzung und mache Deine Hausaufgaben

Man wird wirklich von vorne abgeholt und wird da durchgeleitet. Aber, wie du sagst, nur vom Buch lesen, passiert erstmal nichts. Das heißt, man muss in die Umsetzung kommen und seine Hausaufgaben machen. Das ist aber, glaube ich, so wie bei jedem anderen Thema. Man kann immer sehr, sehr viel Inhalte konsumieren, wenn man nicht in die Umsetzung kommt, ist das erstmal alles nichts wert.

Der Teil, wie sollte der Vortrag aussehen, ist besonders wertvoll

Aber, wenn man eine Anleitung haben möchte, wenn man wirklich mehr von diesem Business-Modell verstehen möchte, ist man dann wirklich gut bei dir aufgehoben. Ich finde vor allem den Teil, wo wir heute schon ein bisschen drauf eingegangen sind, wie sollte so eine Vortrag aussehen, total wertvoll in deinem Buch.

Felix: Cool, das freut mich sehr. Schön.

Gibt es Seminare zu dem Thema?

Peter: Ein Buch kann natürlich nicht alles abdecken. Gibt es denn Seminare zu diesem Bereich „Speaker werden“, die du empfehlen kannst oder planst du selber etwas in dem Bereich? Kann man sich an dich wenden, wenn man weitergehen und in dieses Thema einsteigen möchte?

Felix: Das ist eine interessante Frage. Ich selbst habe verschiedenste Seminare gemacht. Einfach um das Handwerk weiterzulernen. Um das aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und was für mich mitzunehmen. Ich habe ein Schauspielseminar gemacht. Mehrfach. Das fand ich extrem wichtig. Ich habe Stimmcoachings gemacht. Alles Mögliche. Aber ich habe tatsächlich nie einen „Hier-Werde-ich Speaker“-Coaching oder -Seminar gemacht.

Felix war nie auf einem Speaker Seminar

Ich kann dazu nicht wirklich was sagen. Ich weiß, dass es Seminare draußen gibt. Ich war nie auf einem. Ich habe mir die Videos angeguckt. Was ich gesehen habe ist, dass da viel Konfetti fliegt und Ballons aufgeblasen werden und das bei 50 Leuten im Raum. Das sieht ein bisschen nach Kindergeburtstag aus. Das ist wahrscheinlich nicht so. Das ist wahrscheinlich total cool. Die Leute feiern das und das ist total gut so. Das ist bloß überhaupt nicht meins. Ich hätte keine Lust auf ein Seminar zu gehen, wo es um Konfetti geht. Das wär nicht mein Ding.

Ein handverlesenes Seminar in kleiner Runde mit Felix

Ich bin ein paar Mal gefragt worden, ob ich ein Seminar machen könnte oder ein Coaching usw. Ich habe mich  dazu entschieden, ein Seminar zu machen. So, wie ich es gut finde, d.h. es ist keine Massenbespaßung. Es sind nicht 50 Leute. Es wird kein Konfetti geben. Wir werden keine Ballons aufblasen. Wir werden an den einzelnen Leuten arbeiten. An deren Vorträgen, an deren Performance, an deren Auftritt, an deren Marketing. Das Seminar ist ganz klein. Ich möchte maximal zehn Leute drin haben.

Ein Training nur für Menschen, die etwas zu sasgen haben, die etwas mitbringen

Ich habe jetzt schon ein paar Anmeldungen, die fest zugesagt haben. Was mir total wichtig ist, ist, dass es Leute sind, die wirklich etwas zu sagen haben. Also, die etwas mitbringen. Nicht die, die gehört haben: Krass, 10.000 Euro pro Stunde, wo muss ich hin? Sondern Leute, mit denen ich Bock habe zu arbeiten. Ich bin viel unterwegs. Ich habe wenig Zeit. Ich möchte das nicht fürs Geld machen. Dafür sind meine Wochenenden zu schade. Aber, wenn das Leute sind, bei denen ich nach ein, zwei Jahren sagen kann, ich bin stolz, dass der auf der Bühne ist und den Job da grade abliefert. Da konnte ich einen kleinen Teil zu liefern. Dann war das richtig.

Das Seminar wird nicht beworben, sondern du bewirbst dich

Das heißt, ihr werdet, wenn es euch interessiert, keine Marketing-Funnels sehen. Keine Facebook-Werbung. Ihr werdet all das nicht sehen. Wer Bock hat und sagt, ich habe eine Story, ich habe eine Expertise, mir fehlt jetzt tatsächlich genau das, das professionell zu machen und ich habe Bock das zu lernen. Dann kommt mit mir in Kontakt und schreibt mich an: felixploetz.com. Ich rede mit allen persönlich, die sich dafür interessieren. Die etwas zu sagen haben, die diese Kriterien erfüllen. Wie gesagt, das ist ein handverlesener Kreis, der sich langfristig weiter befruchten wird. Das ist mein Style, den ich gut finde. Wie gesagt, es gibt auch andere Sachen. Jeder kann sich das ansehen. Wer das besser findet, völlig in Ordnung. Es ist bloß nicht mein persönliches Ding. Deswegen mache ich es anders.

Vielen Dank für spannende Insights in den Speaker Markt

Peter: Sehr cool, Felix. Dann bleibt mir an dieser Stelle nur zu sagen, du hast uns spannende Insights in den Speaker Markt gegeben. Ich bin total gespannt, was sich weiterhin über dein Buch hinaus ergibt. Wer noch mehr dazu erfahren möchte, der kann, wie du gesagt hast, unter felixploetz.com schauen. Das Buch verlinken wir in den Shownotes.

Gibt es noch etwas, was du unbedingt zum Schluss an unsere Zuhörer loswerden möchtest?

Traut Euch das zu!

Felix: Absolut. Ich würde echt gerne loswerden: Traut euch. Traut euch das zu. Ich möchte nicht, dass das eine Industrie wird, wo jeder denkt, Geld reach quickly. Das ist nicht der Sinn der Sache. Da wäre ich nicht stolz drauf. Ich bin ganz sicher, dass es da draußen tausende Leute gibt, die andern Menschen etwas richtig Wertvolles zu geben haben. Traut euch. Geht ‘raus. Das ist ein cooler Beruf. Den kennen noch nicht viele. Traut es euch zu und macht. Wirklich, das ist cool. Es macht Spaß.

Peter: Sehr schönes Schlusswort. Dann würde ich sagen, vielen Dank und bis zur nächsten Folge.

Felix: Ich danke Dir. Bis dann, Tschüss.

 

 

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