So wirst du zum ausgebuchten Experten – Interview mit Martina Fuchs

Juliane: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode des Sidepreneur-Podcasts. Neben mir auf dem Schreibtisch liegt ein Taschenbuch mit dem Titel „Ihr Weg zum Status ausgebucht*“. Ein cooles Ziel wie ich finde. Wer träumt nicht davon, volle Auftragsbücher zu haben oder dass die Kunden zu einem strömen und man nicht die leidige Akquise-Arbeit tun oder ständig auf den nächsten Auftrag hoffen muss.

Heute habe ich das Glück die Autorin dieses Buches, Martina Fuchs, im Interview zu haben. Mit ihr werde ich darüber sprechen wie man es als Sidepreneur schaffen kann, diesen Status – nämlich ausgebucht zu sein – zu erreichen.

Martina, ich freu‘ mich so sehr, dass du heute bei mir im Interview bist. Stell dich doch bitte vor und sag uns, wer du bist und was du machst.

Martina Fuchs stellt sich und ihr Business vor

Martina: Hallo erst mal in die Runde. Ich freue mich sehr, dass ich bei dir zu Gast sein kann. Ich bin Martina Fuchs und seit 25 Jahren in der Welt der Medien und im Marketing zuhause mit meiner eigenen Beratungsagentur in München. In den letzten zehn Jahren habe ich mich ganz stark auf das Thema „Expert Branding“ fokussiert. Das heißt, ich habe eine Methode entwickelt die Unternehmern dabei hilft sich als begehrte Experten am Markt zu positionieren, um basierend darauf die eigene Expertise hoch profitabel zu vermarkten.

Wie werde ich als Experte sichtbar?

Dafür habe ich meinen ganzen Erfahrungsschatz zusammengepackt. Zum einen aus meiner Medienzeit – ich war für internationale Magazine tätig wie Cosmopolitan, Harper’s Bazaar, Homes & Gardens – und auch aus meiner 15-jährigen Karriere in großen internationalen Unternehmen wie Panasonic, Red Bull oder Siemens.
Letztlich ist es immer EIN Thema. Egal, ob du ein internationaler Weltkonzern bist oder ob du Sidepreneur oder Solopreneur bist. Wir wollen immer eins: Mehr Sichtbarkeit, mehr Reichweite und wir wollen natürlich mehr Kunden. Zu diesem Ziel führen unterschiedliche Wege. Einer der smartesten Wege ist für mich das Thema „Wie werde ich als Experte sichtbar?“.

Darauf basierend habe ich meine Expert Branding Matrix entwickelt. Meine eigene Methode, die mein komplettes Wissen beinhaltet und auf eine Essenz zusammenführt wie es vom Mittelständler bis hin zum Sidepreneur jeder schaffen kann, da draußen als Experte wahrgenommen zu werden und sich dann entsprechend über volle Auftragsbücher freuen kann. Darüber hinaus schreibe ich Bücher. „Ihr Weg zum Status ausgebucht*“ ist bereits mein fünftes Buch. Auch habe ich noch einen Podcast oder bin als Speaker aktiv.

Der Weg zum „Status ausgebucht“ – Wie komme ich als Sidepreneur dahin?

Juliane: Unsere HörerInnen und LeserInnen sind ja vorrangig Menschen, die noch in der Anstellung sind und nebenberuflich ein Side-Business aufbauen. Von daher ist es nicht unbedingt so notwendig ganz schnell profitabel zu werden, weil man nicht sofort von diesem Business leben und es die Sicherheit der Festanstellung gibt. Natürlich soll dieses Side-Business kein Hobby bleiben und das Ziel ist, daraus ein Haupt-Business zu machen. Deshalb ist es selbstverständlich wichtig auch Aufträge zu bekommen und Geld damit zu verdienen. Du hast ja gesagt, dass es eben auch ein Sidepreneur schaffen kann diesen Status zu erreichen. Was ist das Geheimnis dahin zu kommen? Wie kann ich vorgehen?

Positionierung ist das A von Ausgebucht

Martina: Wie bei allem ist es wichtig eine gute Strategie zu haben. Der erste Step meiner Expert Branding Matrix lautet Positionierung. Ein Spruch, den ich geprägt habe heißt: „Positionierung ist das A von Ausgebucht“. Damit geht der erste große Meilenstein los. Du musst dir am Markt eine klare Positionierung zulegen. Denn wenn wir auf den Markt schauen – der Markt definiert sich auf zwei großen Ebenen: Einmal das große breite Mittelfeld, in dem sich erst mal alle tummeln. Gerade wenn ich als Sidepreneur mit einem Thema in den Markt gehe habe ich in der Regel eine sehr hohe Anzahl an Mitbewerbern in meiner Branche und muss mich in diesem Feld definieren und positionieren.

Hier ist wichtig, es gleich von Anfang an so klar wie möglich zu machen. Es gibt ungefähr ein Jahr, wenn jemand komplett neu startet und sich in den Markt einfinden muss, bekommt er von mir im ersten Jahr so ein bisschen „Welpenschutz“. Denn du musst zuerst verstehen, wie der Markt tickt, was die Kunden wirklich brauchen oder auch mit wem du arbeiten möchtest. Also Erfahrungen sammeln mit dem was ich tue.

Testen und Experimentieren

Erfahrungen kann ich ja nur sammeln, wenn ich aktiv in den Markt reingehe und das Ganze nicht nur vom Spielfeldrand aus betrachte. Wie agiert der Markt oder wie agieren die Kunden? Was stelle ich bei mir selbst fest? Vielleicht sehe ich, dass ich in einem bestimmten Bereich ein unglaubliches Talent habe, es mich begeistert und Spaß macht. Dann weiß ich schon, dass ich mich dazu weiterentwickeln möchte. Denn es macht ja keinen Sinn, etwas zu tun, was einem keine Freude macht. Ich denke, Sidepreneure sind vielleicht diesem Angestelltenbusiness ein bisschen entwachsen und möchten noch mal etwas Neues für sich ausprobieren. Dabei geht es natürlich auch darum, dass es zu deiner Persönlichkeit und zu deinem Talent passen muss. Aber du musst es testen. Das erste Jahr heißt für mich Testen und Experimentieren.

Wofür möchte ich als Experte stehen?

Wenn diese Welpenschutzphase vorüber ist, geht es mir darum, dieser Person zu sagen „Jetzt wird es Zeit, ein bisschen spitzer zu werden und die Positionierung zu schärfen“. Und zu definieren, wofür ich am Markt überhaupt als Experte stehen und wahrgenommen werden möchte. Wo sind meine größten Talente als Problem-Versteher und Problemlöser? Denn das ist die Hauptaufgabe eines jeden Experten.

Das Experten-Profil herausarbeiten

Dann – wenn ich mit jemand arbeite – geht’s ganz klar darum, genau das herauszuarbeiten. Das eigene Experten-Profil: Wofür stehe ich? Was sind meine Talente? Welche Expertise bringe ich mit? Was macht mich als Mensch aus? Denn Menschen kaufen von Menschen in erster Linie. Darum ist eine Experten-Marke so wertvoll, wenn man sie von Anfang an richtig etabliert, positioniert und aufbaut.

Juliane: Gibt es einen Unterschied zwischen einer Experten-Marke und einer Personen-Marke?

Der Unterschied zwischen einer Experten-Marke und einer Personen-Marke

Martina: Definitiv. Die Überschrift ist Personal Branding. Wir haben ja verschiedene Markenformen. Es gibt eine Dach-Marke wie beispielsweise Beiersdorf, unter der sich unterschiedliche klassische Produktmarken wie Nivea oder Tesa tummeln.

Dann gibt es aber eben auch Personen-Marken. Wie es der Name schon sagt, steht hier der Mensch im Vordergrund. In den letzten 20, 30, 40 oder auch 50 Jahren haben wir sehr viele Personen-Marken kennengelernt z.B. aus dem Bereich Entertainment, TV, Film, Theater oder auch Fashion und Beauty.

Wenn Wissen das höchste Gut ist

Personal Brands wie eine Julia Roberts, ein Tom Hanks sind klassische Personen-Marken, die u. a. von großen Unternehmen als Markenbotschafter eingekauft werden. Dennoch macht es einen Unterschied, ob ich mit Heidi Klum oder einem Star wie Beyoncé arbeite oder ob ich jemand habe, dessen höchstes Gut nicht das Aussehen oder ein Talent wie Singen, Tanzen, Schauspiel ist, sondern dessen höchstes Gut das Wissen ist.

Hierbei brauche ich natürlich eine andere Art des Marketings und der Vermarktung. Deswegen hat mir z. B. die Überschrift des Personal Brandings eigentlich nie gefallen, da es Unter-Kategorien gibt wie Celebrity Brands oder Royal Brands. Auch die Queen ist eine Personen-Marke.

Aber für die Experten gibt es nichts. Deshalb habe ich die Experten-Marke als Begriff geprägt und das Expert Branding in das Personal Branding hineingebracht und neu definiert. Hier steht der Mensch – also seine Personality – in Kombination mit seiner Expertise im Vordergrund und das verbindet sich zur sog. Experten-Marke.

Persönlichkeiten, die sich als Experten-Marke positioniert haben

Juliane: Kannst du uns bitte ein, zwei Beispiele von Personen nennen, die sich als Experten-Marke positioniert haben.

Martina: Ein ganz großer Name, den jeder kennt und wo man den Impact sieht, ist Steve Jobs. Ihn nehme ich deswegen gerne, da man erkennen kann, dass eine Experten-Marke auch über den Tod hinaus Wirkung hat.

Die 3 Ebenen im Expert Branding

Ich unterscheide in meinem Expert Branding drei Ebenen:

Die klassische Einstiegsebene: Der Experte

Auf der zweiten Ebene: Die Experten-Autorität

Dazu ein weiteres Beispiel. Durch Corona sind wir gerade in einer sehr speziellen Zeit unterwegs und man hat in den letzten Wochen deutlich gesehen, was eine Experten-Marke bewirken kann. Eine Autorität, also die nächsthöhere Stufe, ist der Top-Virologe Prof. Dr. Christian Drosten von der Charité in Berlin. Er ist sozusagen das Experten-Gesicht der Corona-Krise. Das ist allerdings kein „über Nacht-Erfolg“, sondern ein Mensch, der sein Leben dieser Wissenschaft gewidmet hat und seit 20, 30 Jahren nichts anderes tut als zu forschen. Er hat mit seinem Experten-Status in Kombination mit der Macht der Medien diese Reichweite und Sichtbarkeit erlangt. Prof. Dr. Christian Drosten ist das, was man eine Experten-Autorität nennt.

Was ist der Unterschied? Wenn ich eine Autorität in meinem Fachgebiet bin, bekomme ich auch die Anerkennung und Wertschätzung meiner Kollegen. Das heißt, hier werde ich nicht nur von meinen Kunden als Experte wahrgenommen, sondern auch von Kollegen innerhalb meines Themengebietes oder meiner Branche.

Dann gehen wir noch eine Stufe höher zu den sog. Influencern

Bei uns werden die Influencer bisher leider nur mit dem klassischen Social Media Influencern aus dem Beauty- oder Fashion-Bereich in Verbindung gebracht. Allerdings ist es ein uralter Begriff, denn Influencer gab es schon immer. Früher hießen solche Influencer z.B. Madonna oder Oliver Kahn und waren mehr im Entertainment oder Sport zuhause. Es sind Markenbotschafter. Wenn sich Coca Cola einen Star einkauft, um ein Produkt zu bewerben, will man natürlich einen großen Namen auf der Leinwand haben. Also Influencing ist nichts, was erst durch Social Media entstanden ist.

Aber es gibt eben auch den Experten-Influencer wie einen Steve Jobs oder Elon Musk. Das sind Menschen, die durch ihr Wissen und ihre Expertise eine ganze Gesellschaft verändern. Es ist die höchste Form, die ein Experte erreichen kann.

„Eine Experten-Marke ist wie ein guter Wein“

Juliane: So wie du die Reise gerade beschrieben hast vom Experten zur Experten-Autorität hin zum Influencer werden viele schon damit zufrieden sein, wenn sie auf dieser ersten Stufe stehen und wirklich als Experte wahrgenommen und deshalb gebucht werden.

Martina: Was ich vorhin noch sagen wollte – ein Experten-Status oder eine Experten-Marke ist für mich wie ein guter Wein. Je älter der Wein wird, desto besser wird er auch. Denn dein Wissen, deine Erfahrung, deine Expertise wächst mit dir mit. Und ich sag jetzt mal „Hier ist Alter und Erfahrung gefragt und geschätzt“.

Zum Experten reift man nicht über Nacht. Expertise entsteht nicht nur durch Wissen, sondern durch gelebte Erfahrung. Je länger du das tust, was du tust und je mehr Erfahrungen du sammelst – es zählen auch Erkenntnisse aus früheren Jobs dazu und das, was du als Sidepreneur aus deiner Karriere mitbringst – ist das schon ein großer Meilenstein.

Eine Experten-Marke wächst mit dir

Ich begleite Menschen in diesem Umbruch, wo sie vom Angestellten-Dasein in die Selbstständigkeit gehen und sagen „Ich hab doch noch gar keine Expertise, ich fang ja grad erst ganz neu an und wer soll mich da überhaupt ernst nehmen als Experte?“. Diese Personen vergessen, dass sie ja nicht mit leeren Taschen kommen. Also es gab ein Leben vor der Selbstständigkeit. Dieses Wissen und Know-How ist super wertvoll. Das rechnet man mit an und muss es eben entsprechend kommunizieren. Letztlich ist es ein Weg, den man geht. Eine Experten-Marke ist etwas, was super konstant mit dir weiter wächst während Personen-Marken auch stark von Trends beeinflusst sind.

Wie Trends Personen-Marken beeinflussen können

Als Beispiel: Attila Hildmann, der Vegan-Papst Deutschlands wie ihn mal eine Boulevard-Zeitung genannt hatte. Bevor der Veganismus aufkam kannte Attila Hildmann wohl kaum jemand. Als dann das Thema vegane Ernährung ein ziemlich großer Hype wurde – er hat ein paar Bücher dazu geschrieben – war er schwupp di wupp das Gesicht der veganen Bewegung in Deutschland. Heute ist dieser Hype wieder ein wenig abgeflacht, weil sich vegane Ernährung in unseren Alltag mehr und mehr eingefügt hat. Das heißt: Eine Personen-Marke ist sehr stark von Schwankungen abhängig was Trends betrifft und Einflüsse von außen.

Was hat eine Experten-Marke mit einer Treppe zu tun?

Eine Experten-Marke kann man sich vorstellen wie eine Treppe. Du steigst je älter du wirst, je mehr Erfahrung du hast… immer ein Treppchen höher. Also erst mal den Schritt rein in die Experten-Liga und sich langfristig zu einer Autorität entwickeln in der Branche, in der du tätig bist.

Juliane: Ein sehr beliebter Job ist beispielsweise der des Grafikers, auch um es als Sidepreneur oder auf selbstständiger Basis zu machen. Du sagst, mit einer klaren Positionierung kann jeder Grafiker zum Experten werden.

Persönlichkeit, gepaart mit Expertise und Positionierung

Martina: Absolut. Natürlich kommt es immer darauf an, was er mitbringt, welche Talente er hat und auf welchen Markt er sich fokussieren möchte. Beispielsweise hat sich ein Grafiker stark auf das Thema Social Media Feed Design konzentriert. Vielleicht positioniert er sich ganz klar so, dass es bei ihm die genialsten Instagram Feed Designs gibt, die man am Markt haben kann. Wenn du – wie in diesem Beispiel – das so machst bist du Experte in diesem Bereich, weil du Dinge weiterentwickelst, daran feilst und tolle Designs für deine Kunden entwickelst. Wenn du das konsequent machst, entsprechend vermarktest bist du Experte im Social Media Feed Design als Grafik-Designer.

Es ist meine Persönlichkeit, gepaart mit meiner Expertise und meiner Positionierung, die letztlich dazu führt. Und natürlich spielen die Resultate, die ich liefere eine große Rolle, sodass meine Kunden sagen „Wow, das ist toll!“.

Alleinstellungsmerkmale finden, formulieren und kommunizieren

Auch ein wichtiger Meilenstein in meiner Expert Branding Matrix ist dein Experten USP, dein Alleinstellungsmerkmal zu definieren. Was unterscheidet dich im Wettbewerbsfeld von den 1000 anderen Grafik-Designern? Was macht dich einzigartig?

Das ist ebenfalls ganz, ganz wichtig!

Es geht nicht immer nur darum besser zu sein als alle anderen. Wichtiger wäre anders zu sein. Nicht nur besser, sondern vor allen Dingen anders. Manchmal denken die Leute allerdings viel zu kompliziert. Es könnte beispielsweise auch der eher männerdominierte Finanzmarkt sein. Hier ist das Alleinstellungsmerkmal schon, dass man eine Frau ist. Das kann man manchmal ganz smart verpacken und entsprechend kommunizieren.

Juliane: Du selbst bist ja auch eine Experten-Marke und berätst Menschen auf dem Gebiet, damit sie sich zur Experten-Marke entwickeln und erfolgreich werden. Wie bist du selbst vorgegangen?

Auf dem Weg zur Experten-Marke… Martina blickt zurück

Martina: Ich bin sehr konsequent vorgegangen. Mein Handwerk habe ich bei einer Tageszeitung gelernt, war dann bei der internationalen Frauen-Presse und bin in meine Selbstständigkeit eigentlich per Zufall gekommen. Es war nicht mein lang gehegter Plan. Aber u. a. hatte ich für große Jugendmagazine gearbeitet und habe ein Event-Konzept entwickelt gehabt. Wir waren praktisch die Vorreiter von „The Dome“. Ein sehr spannendes Konzept, das mich mit der Musik-Industrie und mit großen Brands zusammengebracht hat und mir damals die exklusiven Vermarktungsrechte für diese Event-Serie angeboten wurden. Das war mein Startschuss mich selbstständig zu machen.

Dabei hatte ich das Glück, dass ich mir schon während der Medienzeit einen sehr guten Namen gemacht habe. Dazu muss ich sagen, dass es zu der Zeit als ich in die Selbstständigkeit gestartet bin – das war 1995 – weder großartig Internet noch Social Media gab. Damals war einfach Netzwerken und „rausgehen“ angesagt.

Und ganz wichtig: Auch ich habe mich immer wieder mal neu erfunden in meinem Tun. Meine ersten zehn Jahre waren stark fokussiert auf das Thema Event, Jugend-Marketing und Event-Sponsoring. Angefangen vom großen Tour-Sponsoring wie z. B. Britney Spears bis hin zu „Formel Eins“. Aber irgendwann wächst man raus und entwickelt sich selber weiter, was ich sehr wichtig finde.

Sich immer wieder neu erfinden, gehört zum Unternehmertum

Dann kam es mit Nine Eleven in New York zu einem großen Umbruch auf dem Markt – ähnlich dem, was wir jetzt gerade auch wieder alle erleben. Es hat damals die Wirtschaft und sämtliche Branchen, ebenso Marketing, extrem erschüttert. Da war es wichtig, sich neu zu definieren und neu zu erfinden. Auch das gehört zum Unternehmertum dazu.

Ich habe mir dann eine Auszeit gegönnt und mich gefragt, wo ich hin will, wie ich mein Business neu gestalte oder welche Themenfelder mich interessieren. So kam ich zu dem Thema Personal Branding, Expert Branding, Positionierung und habe das dann über die Jahre hinweg entwickelt.

Sichtbar werden & bleiben

Und wie gehe ich hier selbst vor? Eins ist klar: Du musst sichtbar sein, du musst Marketing machen, du musst für dich trommeln, du musst rausgehen.

Mein Thema Expert Branding ist in mir gereift, weil ich weiß, dass es da draußen viele tolle Experten mit unglaublichem Wissen gibt… die aber nicht wissen wie sie sich selber vermarkten oder verkaufen können/sollen/müssen. Als dann ungefähr Anfang 2000 Social Media aufkam war es für mich der Startschuss, indem ich mir dachte „Wow, da eröffnen sich jetzt tolle neue Ideen und Märkte“. Ich habe mich schon immer für diese neuen Dinge begeistern können und bin auch gleich tief rein ins digitale Marketing.

Das habe ich kombiniert mit meinem Sehen und Erkennen, dass es draußen unglaublich viele Experten gibt, die aber nicht wissen wie sie es anwenden können.

Wenn dich Selbstzweifel hindern

Das Schlimme ist ja, dass gerade die Experten mit Substanz oftmals an sich zweifeln. Bin ich wirklich Experte und bin ich gut genug als Experte auf dem Markt aufzutreten? Sie halten sich selbst mit Selbstzweifel so sehr zurück, dass sie am Markt von den – ich nenne sie die Luftpumpen – oftmals überholt werden. Die Luftpumpen-Spezies kann eines wahnsinnig gut: Sie machen eine enorme Show, die trommeln und sind präsent. Ob dann unterm Strich wirklich geliefert wird oder was sie an Substanz haben ist denen sekundär. Angesichts dessen entsteht da natürlich Frust bei den Experten mit Substanz.

Ich kenne das auch so ein bisschen an mir und ich glaube, das war mit so ein Auslöser.

In meiner Branche war ich immer ein super Geheimtipp und musste mich nicht schon von Stunde Null meiner Selbstständigkeit bemühen, weil mich jeder in meiner Branche kannte. Ich war von Anfang an ein Name. So kamen eigentlich bereits bevor ich mich selbstständig gemacht habe die Anfragen wie beispielsweise „Möchtest du nicht mal als freie Berater für uns arbeiten?“. Das war natürlich eine Luxus-Ausgangssituation.

Zeige dein Gesicht

Aber ich hab dann auch neue Geschäftsfelder erarbeitet und merkte, dass ich schon ein bisschen mehr trommeln musste und die Komfortzone verlassen. Sprich, du musst dein Gesicht da draußen mehr sichtbar machen. Also, ich habe das was ich predige, definitiv an mir selbst getestet und ausprobiert.

Juliane: Wenn ich dich jetzt so erlebe habe ich den Eindruck, dass du eher eine extrovertierte Persönlichkeit bist. Was ist mit den Menschen, die still und leise sind? Sie sind zwar Experten auf ihrem Gebiet, aber es sind nicht diejenigen, die die Trommel nehmen und da ordentlich draufschlagen. Welchen Tipp hast du für diese Personen?

„Trommeln“ für Introvertierte

Martina: Was viele nicht vermuten ist, dass ich einen großen introvertierten Anteil habe. Aber ich habe das große Glück, dass ich eine gute Mischung bin. Für mich hat es auch sehr viel mit Mindset zu tun. Ich frage mich immer, was ich erreichen will und wie ich dahin komme.

Aber zurück zu den Persönlichkeiten, die quasi zu 150 Prozent introvertiert sind. Um nochmal den Prof. Dr. Drosten als Beispiel zu nehmen. Er hat es sich vielleicht nicht träumen lassen, dass er mal eine eigene Podcast-Show bekommt, auf YouTube zu sehen ist oder in jedem Fernsehstudio sitzt. Wenn ich ein introvertierter Typ bin, muss ich mir Kanäle suchen, die einfach zu meiner Persönlichkeit passen. Das heißt nicht, dass ich jeden Tag Livestreaming machen oder auf meinem YouTube-Kanal präsent sein muss, sondern ich muss mir Medien oder Plattformen suchen über die ich bevorzugt kommuniziere.

Tipps von Martina

Einer der größten Türöffner in die Experten-Liga sind die eigenen Bücher. Oder du machst einen tollen Unternehmensblog, schreibst regelmäßig und gibst dein Wissen über das geschriebene Wort weiter. Du kannst auch in wichtigen Fachzeitschriften Artikel platzieren. Diese Pressearbeit kann ich nur empfehlen – sowohl in den digitalen als auch in Offline-Medien.

Was weiterhin möglich ist… Einige meiner Kunden haben für sich das Podcasten entdeckt. Das heißt, man muss sich nicht zeigen, sitzt in seinem Büro, hat sein Mikrofon, kann das Ganze auch mehrmals aufnehmen und muss mit der Außenwelt nicht interagieren, wenn man nicht möchte.

Aber man kann sich trotzdem Kanäle suchen über die man seine Expertise weitergibt und Kostproben davon erteilt. Das ist zwingend notwendig in der heutigen Zeit.

Wer dazu – das sage ich ganz klar – nicht bereit ist, auf einem dieser Kanäle konsequent und konsistent sichtbar zu sein, der sollte lieber im Angestelltenverhältnis bleiben. Ansonsten hat er in der Selbstständigkeit keine Chance, denn der liebe Unternehmer oder die liebe Unternehmerin muss ja Kunden gewinnen.

Zum Unternehmertum gehört das Jagen

Das heißt eben, dass du bereit sein musst ein Stück Marketing zu machen und ein verträgliches Stück an Sichtbarkeit konsistent zu haben. Zum Unternehmertum gehört das Jagen – niemand wird das für dich tun. Du kannst natürlich hergehen und dir Jäger einstellen, aber gerade als Sidepreneur fängt man ja ein bisschen langsamer an. Auch wenn man sehr viel outsourcen kann – muss man aber Zeit und Geld in die Hand nehmen und es entsprechend bezahlen können. Selbst wenn das der Königsweg wird muss ich am Anfang eine Ahnung davon haben, was da zu tun ist. Ich muss mir ein Bild machen über meine Kunden, über den Markt oder wie das Vertriebsnetz da draußen läuft.

Wer nicht jagen will – Jagen heißt für mich Kunden gewinnen und die gewinne ich mit Sichtbarkeit, Marketing usw. – dann ist vielleicht der monatliche Gehaltsscheck doch die bessere Lösung.

Juliane: Absolut. Das stimmt.

Zum Schluss – was wäre DER eine Tipp von dir als Expertin für Expert Branding, den ich mir zu Herzen nehmen und schon heute etwas tun kann?

Martinas Power-Tipp Nummer 1:

Martina: Wenn ich als Experte am Markt wahrgenommen werden möchte ist mein Power-Tipp:

Such‘ dir einen Kanal, auf dem du wirklich präsent sein möchtest. Bespiele diesen Kanal regelmäßig mit wertvollem Content und tu‘ das konsistent. Mach‘ das zu deiner Hauptaufgabe auf diesem Social Media Kanal oder auf dieser Plattform. Dort täglich vielleicht 15 bis 20 Minuten zu investieren, dort sichtbar zu sein und etwas zu posten.

Es muss ja auch nicht immer von dir selbst sein. Man kann auch wertvolle Tipps und Beiträge von anderen posten, aber suche dir einen Kanal und sei dort jeden Tag präsent. Kommentiere, like, veröffentliche und mach das konsequent über einen Zeitraum von Minimum 60 Tagen. Dann schau mal, was da passiert an Reichweite. Und bitte auch verkaufen.
Es geht nicht nur darum Content zu produzieren – dazwischen muss man auch immer wieder mal verkaufen. Beispielsweise kannst du zu einem Strategie-Gespräch einladen, wenn du Coach oder Berater bist oder ein Angebot machen an die Leute, wie sie mit dir arbeiten können. Das finde ich auch immer ganz wichtig.

Juliane: Vielen Dank, dass wir heute so ausführlich darüber sprechen konnten wie wir hinkommen zum „Status Ausgebucht“ und wie wir uns als Experten-Marke etablieren können. Für diejenigen, die hierzu näher reinlesen und sich in diese Themen vertiefen wollen, gibt es ja deine Bücher. Kannst du uns dazu noch mehr erzählen und wie wir Kontakt mit dir aufnehmen können.

Martina Fuchs ist Autorin dieser Bücher:

Martina: Sehr gerne. Meine zwei Standard-Werke zu diesem Thema ist zum einen mein Hauptwerk mit dem Titel „Digital Expert Branding*“. Die Positionierungs- und Marketingstrategie für mehr Sichtbarkeit, Erfolg und Kunden.

Es erscheint übrigens im Juli in der 2. Auflage mit einem komplett neuem Kapitel, in dem es um das Thema geht „Als Experte in Krisenzeiten begehrt“.

Das andere Buch, über das wir heute gesprochen haben ist „Ihr Weg zum Status ausgebucht*“ und ist mein Pocket-Guide.

 

Es ist der Schnelleinstieg in die Methode, weil ich sage, nicht jeder will 250 Seiten mal durcharbeiten, sondern will sich vielleicht erst mal einen Überblick verschaffen und schauen, ob das Thema was für ihn oder sie ist.

Martinas Podcast

Wer nicht gerne liest, der kann auch „Erfolg für die Ohren“ haben. Auf meinem Podcast unter https://www.martina-fuchs.com/podcast findest du jede Menge Informationen rund um das Thema Expert Branding, Experten Positionierung, Kundengewinnung.

Martinas Geschenk für dich

Als Experte begehrt und ausgebucht: Das Expert Branding Starter Kit 

Martina in den sozialen Medien

Ansonsten bin ich auf allen Social Media Kanälen zuhause. Mein Lieblingskanal ist definitiv LinkedIn und einer meiner Hauptkanäle. Aber natürlich bediene ich auch Facebook und Instagram. Demnächst wird es übrigens einen großen Launch geben auf meinem YouTube-Kanal mit einer eigenen YouTube-Show zum Thema. Hier findet man mich unter Martina Fuchs Expert-Branding.

Juliane: Superklasse! Ich danke dir vielmals für die Zeit, die du dir heute genommen hast, um mit mir über dieses wichtige Thema zu sprechen. Ich denke, dass wir einiges mitnehmen konnten für unseren weiteren Weg. Dir Martina wünsche ich weiterhin ganz, ganz viel Erfolg und ich freue mich jetzt schon auf deinen YouTube-Kanal.

Euch da draußen, liebe Sidepreneure wünsche ich einen tollen Start in die neue Woche. Schreibt gerne mal, welchen Tipp ihr heute für euch mitgenommen habt und was ihr demnächst für euch umsetzen werdet. Bis dahin eine gute Zeit! Eure Juliane Benad

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Redaktion

Juliane Benad

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