Warum du ein produktbasiertes Unternehmen gründen solltest (Serie Teil 1/3)

Warum Du ein produktbasiertes Unternehmen gründen solltest

Ein produktbasiertes Unternehmen gründen bringt eine Menge Vorteile mit sich. In dem ersten Teil der Mini-Serie zeige ich dir, warum du mit einem produktbasierten Unternehmen als Sidepreneur starten solltest.

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Die Shownotes zur heutigen Podcastfolge:

Dieses ist die 1. Folge einer kleinen Mini-Serie rund um die Arten der möglichen Unternehmensgründung. Im kommenden Beitrag nächste Woche, welcher die 2. Folge darstellt, präsentiere ich dir dann Gründe, warum du ein servicebasiertes Unternehmen gründen solltest.
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Wenn du, wie viele in unserer Sidepreneur Community, noch ganz am Anfang des Weges stehst, dann suchst du mit Sicherheit immer wieder nach einer genialen Idee, die dich endlich überzeugt loszulegen und langfristig motiviert, deine nebenberufliche Selbstständigkeit aufzubauen.

Ziel dieser Serie ist es, einen Schritt zurück zu gehen und dich zum Nachdenken anzuregen, welche Art von Unternehmen für deinen Start am besten zu deiner aktuellen Lebenssituation und zu deinen konkreten, übergeordneten Zielen passt.

Die verschiedenen Arten von Unternehmen, produktbasiert oder servicebasiert, bringen ihre eigenen Vor- sowie Nachteile mit und passen besser oder schlechter zu gewissen Lebenssituationen und Zielen.

Meine Erfahrungen mit den verschiedenen Arten von Unternehmen

In der Vergangenheit habe ich, sowohl im Kundenauftrag wie auch für mich selber, bereits beide Arten von Unternehmen gegründet und aufgebaut.

Unternehmen rund um (digitale) Produkte stellten beispielsweise Mobile Apps, Softwareanwendungen oder auch, wie du aus meinem Artikel “Meine Fehler und Learnings aus 2 eigenen Startup-Versuchen” bereits erfahren hast, den Verkauf von Blumen dar.

Im Bereich der Services bin ich auch derzeit aktiv in Form von Beratung und Coaching.

Was ist ein produktbasiertes Business?

Gründest du ein Unternehmen rund um ein oder mehrere Produkte, dann machst du dir zur Aufgabe, etwas speziell zum Verkauf herzustellen. Dabei kann es sich um ein physisches oder ein digitales Produkt handeln.

  • Beispiele Für ein physisches Produkt: ein bedrucktes T-Shirt, ein Buch, leckere Kekse, Nahrungsergänzungmittel, Yoga Matten oder jedes andere, anfassbare Produkt
  • Beispiele für ein digitales Produkt: Software, Mobile Apps, Online Kurse, Online Magazine oder auch ein eBook

 

Die Vorteile eines produktbasierten Unternehmens

  • hohe Skalierbarkeit:
    Du erstellst und konzipierst ein Produkt meistens nur ein mal und dieser Aufwand ist danach nicht mehr nötig um weitere Exemplare zu verkaufen. Bei einem physischen Produkt werden dann hunderte gleicher Exemplare produziert, die an eine große Masse gleichzeitig verkauft werden können. Bei digitalen Produkten ist sogar eine weitere Produktion der Exemplare nicht mehr notwendig und du musst insgesamt dein zu verkaufendes Produkt (App, Online Kurs, eBook, etc.) nur ein einziges Mal erstellen. Anschließend kannst du dieses an eine unendliche Anzahl von Kunden verkaufen.
  • unabhängig von Ort und Zeit:
    Bei einem produktbasierten Unternehmen genießt du den Vorteil, dass deine Anwesenheit nicht notwendig ist. Sobald das Produkt produziert ist, kannst du dieses zu jeder Zeit und von jedem Ort aus verkaufen. Bei digitalen Produkten ist dieses sogar weltweit möglich, aber auch bei physischen Produkten musst du nicht zwingend selber vor Ort sein, um das Produkt zu verkaufen. Du kannst dafür Verkäufer und Verkäuferinnen einstellen oder du nutzt Online Kanäle um dein Produkt zu vertreiben.
    Mit einem produktbasierten Unternehmen gehst du also keinen Tausch von Zeit gegen Geld ein. Du kannst also auch dann Umsätze erwirtschaften, während du gleichzeitig etwas ganz anderes tust, wie beispielsweise im Hauptjob arbeiten.
    Somit eignet sich ein produktbasiertes Unternehmen sehr gut für Sidepreneure, die zeitlich nicht ganz so flexibel sind und ihre Zeit nicht gegen Geld tauschen können oder wollen.
  • für den Kunden leichter verständlich:
    Der Kunde versteht ein Produkt meistens leichter, da er ganz genau sehenkann, was er durch den Kauf erhalten wird. Es ist meistens eine Auflistung an Inhalten, Funktionen oder Eigenschaften angegeben, die in dem Kunden eine klare Erwartungshaltung erzeugt. Zudem gehört zu einem Produkt ein, meistens festgelegter und nicht verhandelbarer, Preis. Zusammen mit der Beschreibung weiß der Kunde also von Beginn an, was ihn erwartet und zu welchem Preis.
    Für den Kunden ebenfalls erleichternd bei der Kaufentscheidung ist, dass Produkte aufgrund dieser genauen Beschreibung der Eigenschaften, Funktionen und des Preises sehr vergleichbar untereinander werden.
  • höhere Kontrolle:
    Du selbst legst die Eigenschaften, Funktionen und den Preis fest. Durch eine Erklärung oder gar Schulung des Kunden kannst du eine ordnungsgemäße Nutzung weitestgehend sicherstellen, so dass die Erwartungen des Kunden am Ende auch wirklich erfüllt werden. Bei einem Service ist dieses schwieriger sicherzustellen, da der Kunde innerhalb einer Beratung oder einem Coaching die ganze Arbeit “zerstören” oder deutlich erschweren kann, indem er beispielsweise nicht kooperiert oder sprunghaft bei Entscheidungen ist.
  • schnellerer Aufbau einer Marke durch das Produkt:
    Da du mit einem Produkt die Möglichkeit hast, tausende oder gar Millionen von Menschen zu erreichen und deine Produkte an eine große Masse verkaufen kannst, statt wie bei einem Service in einem 1:1 Verhältnis, hast du dadurch die Möglichkeit, dich und dein Produkt in einer Nische wirksam zu positionieren. Nutzen viele Kunden innerhalb einer Nische dein Produkt, wirst du dort schnell zu den führenden Marken aufsteigen und dich langfristig positionieren können.
  • man kann Produkte sehen:
    Als letzten Vorteil möchte ich noch nennen, dass es für uns Sidepreneure und Erschaffer von Produkten, egal ob physisch oder digital, immer auch ein tolles und motivierendes Erlebnis ist, unser Produkt also unser “Baby” selbst in die Hand nehmen zu können oder es selber nutzen, ausprobieren, damit spielen und es unseren Freunden zeigen zu können.
    Produkte sind quasi abgeschlossene Einheiten, die man anschließend nach Fertigstellung sehen und ausprobieren kann. Man kann mit der App spielen, die Webseite durchsurfen, Tshirts anprobieren oder Buch in den Händen halten und lesen. Man erhält direkt ein optisches und emotionales Ergebnis seiner Arbeit. Dieses wirkt motivierend und steigert unsere Überzeugung von dem Produkt und unserem Unternehmen.
    Bei Services wie einer Beratung oder einem Coaching ist das Ergebnis meistens eine Veränderung eines Zustands, die häufig nur schwer zu sehen und wenig greifbar ist. Hoffentlich kannst du sie irgendwie messen, um deinem Kunden zumindest anhand von Zahlen oder Ergebnissen den Erfolg und deine geleistete Arbeit zu visualisieren.

Die Nachteile eines produktbasierten Unternehmens

  • Vorausleistung von Arbeit und Geld:
    Bei der Fertigung eines Produktes weiß man bis zum endgültigen Kauf durch den Kunden nicht, ob das Produkt wirklich das Kundenproblem zufriedenstellend löst und somit auch gekauft wird. Somit geht man bei einem produktbasierten Unternehmen nahezu immer in Vorleistung was die investierte Zeit, Arbeit und Geld angeht – man trägt also immer ein gewisses Risiko.
    Bewusst habe ich nahezu immer geschrieben, da es verschiedene Möglichkeiten gibt, dieses angesprochene Risiko zu minimieren. Dazu solltest du deine Zielgruppe in und auswendig kennen, wissen wer die Kunden sind, was ihre Probleme sind und wo du sie erreichen kannst. Du minimierst das Risiko durch eine intensive Recherche innerhalb deiner Zielgruppe, durch Befragungen von Testkunden oder sogar durch ein gemeinsames Entwickeln des Produktes mit dem späteren Kunden. Allgemein gilt, je früher du den Kunden mit in den Entwicklungsprozess einbeziehst, umso geringer wird das Risiko eines Produktflops. Diese Kundeneinbindung in den Entwicklungsprozess wird bis hin zu großen Unternehmen durchgeführt, dort dann als Open Innovation Projekte. Nutze also deine Nähe zu deiner Zielgruppe und binde sie bei der Produkterstellung mit ein.
    Als weitere Möglichkeit das Risiko zu minimieren empfiehlt es sich, das Produkt bereits vor der Erstellung zu verkaufen und erst dann wirklich zu produzieren, wenn genügend Bestellungen vorhanden sind. Dieses gilt sowohl bei physischen Produkten, bei denen der Prozess dann On-demand Produktion genannt wird, aber auch bei digitalen Produkten ist dieses immer häufiger der Fall. Eine offene Kommunikation vorab verärgert auch keinen Kunden sondern zeigt ihm im Idealfall die Möglichkeit, an der Entwicklung teilzuhaben und das Endergebnis beeinflussen zu können. Nachteilig ist, dass dadurch der Zeitdruck steigt, wenn Kunden auf das produkt warten, was gerade bei Sidepreneuren und einem manchmal chaotischen Wochenverlauf zu Schwierigkeiten führen kann. Positiv ist aber, dass man beim Verkauf bereits eine Anzahlung und Feedback erhält.
    Aber auch wenn deine Recherchen vorab sehr intensiv waren und du die Methoden zur Risikominimierung einsetzt, bleibt ein gewissen Restrisiko bestehen, denn erst der reale Kauf und Zahlung durch den Kunden zeigt die wirkliche Bestätigung, ob ein Produkt gewünscht wird.

[mks_highlight color=”#8bd655″]Das Minimieren des Risikos bei der Produkterstellung und das Testen eines Produktes ist ein sehr spannendes Feld und dazu werde ich in kommenden Beiträgen noch mal ausführlicher eingehen. Bist du daran interessiert? Sag mir doch kurz in den Kommentaren, was in dem Beitrag unbedingt behandelt werden sollte und vielleicht sogar, was deine Erfahrungen mit dem Testen und Validieren bislang sind! [/mks_highlight]

  • höherer Marketingaufwand notwendig:
    Beim Vertrieb eines Produktes mit dem du Massen erreichen willst, stehst du automatisch natürlich auch in einem großen Wettbewerb zu anderen Produkten auf der ganzen Welt. Hier sind gute Marketingmaßnahmen zu finden, um dein Produkt von anderen zu unterscheiden und bei deiner Zielgruppe erfolgreich zu positionieren. Beispielsweise kannst du Blogging, Content Marketing, Guerilla Marketing, Search und Social Ads, oder klassische Werbeanzeigen nutzen, um auf dein Produkt und deine Marke aufmerksam zu machen.
    Darüber hinaus kannst du dich gewissen Marktplätzen bedienen wie eBay, Amazon, Dawanda, Kleinanzeigenportale oder ganz spezielle Marktplätze in deiner jeweiligen Nische, um deren Reichweite für die Vermarktung deines Produktes zu nutzen.

 

Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein produktbasiertes Unternehmen besonders dann für dich als Sidepreneur geeignet ist, wenn du eine große Masse an Kunden ansprechen möchtest, gerne etwas benutzbares produzieren möchtest und zeitlich vielleicht nicht ganz so flexibel bist, dass du mit Kunden direkt zusammenarbeiten kannst. Es eröffnen sich sehr große Umsatzpotentiale aber auch der Wettbewerb ist größer, von dem du dich und dein Produkt durch kreative Maßnahmen und viel Fleiß abheben musst.

Hier geht es noch mal zum 2. Teil der Serie:  Warum du ein servicebasiertes Unternehmen gründen solltest
Hier geht es zum 3. Teil der Serie: Warum du ein productized service Unternehmen gründen solltest

Wo stehst du gerade mit deinem Unternehmen? Hast du dich schon entschieden ob du ein produktbasiertes Unternehmen gründen möchtest? Falls nicht, freue dich auf den zweiten Teil der Serie zu den servicebasierten Unternehmen.

3 comments
  1. Ich danke Ihnen für den interessanten Artikel. Wenn man ein gutes Produkt hat, gilt es dieses clever zu platzieren und zu bewerben. Dann kann es wirklich zu einem großen Erfolg werden.
    Mit besten Grüßen,
    Manuel

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