Erfolgreich nebenberuflich gründen mit System

Nebenberuflich gründen ist kein „Plan B“, sondern ein belastbares Modell, das Risikomanagement, Lernkurven und Momentum verbindet. Das zeigt die Laufbahn von Jannis Kuhrt: seine Reise führte ihn vom handwerklichen Side-Project (Kinderbetten) über ein Food-Produkt (Low-Carb-Müsli) und schließlich zu einer B2B-SaaS Lösung für Ernährungsexperten – der kcalculator. Im Gespräch mit wird schnell klar, welche Rolle Problemorientierung, Validierung, datengetriebene Werbung und SEO-Taktiken spielen und wie Intrapreneurship im Corporate-Kontext die Brücke zwischen Sicherheit und Unternehmertum bildet.

Hier kannst du die Episode anhören:

 

Der Weg: Problem finden, Lösung validieren, skalieren 

Aus seinen bisherigen nebenberuflichen Gründungen hat Jannis folgende Learnings gezogen.

  • Start mit echtem Bedarf: Ein selbstgebautes Kinderbett löste Nachfrage via Instagram aus. „Zufällige“ Traktion macht sichtbar: Es gibt einen Markt.

  • Zweiter Schritt Food: Low-Carb-Müsli (Lüsli) als Antwort auf „Pappe-Geschmack“ gängiger Optionen. Ergebnis: organische Nachfrage, aber hartes Cent-Geschäft mit MHD-Druck – als Nebenerwerb unattraktiv.

  • Dritter Schritt Software: Aus der eigenen Ausbildung zum Ernährungsberater wird ein Excel-Tool, das sich überraschend gut verkauft. Daraus entsteht mit einem Entwickler eine B2B-SaaS: Ernährungspläne, Protokoll-Auswertung, Rezept- und Lebensmitteldatenbanken und Client-App mit datenschutzkonformer Ende-zu-Ende-Anbindung.

Nebenberufliche Gründungen sind Module einer Lernreise. Jedes Projekt schärft Marktverständnis, Produktlogik und Akquisemechaniken.“

Intrapreneurship als „Startup-Finanzierung“: Sicherheit + unternehmerischers Denken

Jannis verankert unternehmerisches Arbeiten im Corporate – als Leiter eines Intrapreneurship-Programms

These: Der sichere Job ist ein „Seil“ beim Bergsteigen: Er erlaubt Experimente, senkt Existenzrisiken und fördert mutige Schritte.

Praktischer Effekt: Wer Intrapreneurship ernst nimmt, trainiert Kundenverständnis, Hypothesentests, Priorisierung – Fähigkeiten, die Side-Projekte massiv beschleunigen.

Validierung richtig aufsetzen: Von der Idee zur belastbaren Nachfrage

1) Problem > Idee
Bevor Features und „Lösungsliebe“: das Job-to-be-Done verstehen (Was ist JTBD?).

Konsequenz: Erst wenn das wahre Problem validiert ist, lohnt sich Produktbau.

2) Hypothesen & Interviews (The Mom Test)
Statt „Gefällt dir meine App?“ lieber Nutzungsgewohnheiten, Kontexte und Restriktionen abfragen: The Mom Test liefert die Methodik, um ehrliche Signale zu erhalten.

3) Nachfrage messen (Landingpage + Google Ads)
Noch vor Produktbau: eine einfache Landingpage aufsetzen, Google Ads schalten und Impressions/CTR/Conversions tracken. So wird sichtbar, ob der Markt zieht – und welche Botschaften performen.

Datengetriebenes Marketing: Lernbudget & Creatives, die tragen

 

Ads als Lernbudget: Die ersten 1–3 Monate sind kein Profitcenter, sondern Datenphase. Der Algorithmus (und du) brauchen Zeit, um Muster zu erkennen.

    • Creative-Testing: Bei Reels/Shorts entscheidet oft die Hook in den ersten 3 Sekunden. Identische Videos mit kleiner Hook-Variation können 5 € vs. 40 € Cost per Conversion bedeuten.

    • Kanal-Fit:

      • Suchintention (Google) → ideal für kaufnahe Keywords wie un seinem Fall „Ernährungsberater-Software“.

      • Soziale Feeds (Meta/Instagram) → schwerer zu präzisieren, wenn Zielgruppe Fachkräfte und nicht Ernährungsinteressierte sind. Targeting über Listen/Lookalikes kann helfen.

    • Reinvestieren: Frühe Umsätze fließen zurück in das, was belegt funktioniert.

       

B2B-SaaS: Warum Preislogik & Onboarding entscheidend sind

 

Am Beispiel von kcalculator:

  • Preisbereitschaft: Fachkräfte monetarisieren ihre Zeit (100–150 €/h). 40 €/Monat Software zahlen sich nach einem Gespräch aus – B2B schlägt B2C in Pricing-Power.

  • „Einfach“ als Markenkern: Minimaler Friktionspunkt im Onboarding (Name + E-Mail, 14-Tage-Test, keine Kreditkarte) senkt Einstiegshürden – Achtung: Zielt im Social-Feed auch Privatnutzer an.

  • Produkt-Scope: Web-App für Profis + mobile Client-App → Ende-zu-Ende Beraten, DSGVO-konform und effizient.

Produktivität & Zeit: Ticket-Denken, Tagesrandzeiten, Nein-Sagen

 

  • Ticket-Denken statt To-Dos: Alle Aufgaben (privat, Corporate, Side-Business) in eine Backlog-Logik mit Prioritäten und Zeithorizonten („heute / diese Woche / später“).

  • Tagesrandzeiten nutzen: Früh aufstehen, bevor Familie/Job starten – Deep-Work-Fenster ohne Meetings. Ein Anker, der laut Jannis den Unterschied macht.

  • Parkinson’s Law bewusst spielen: Enge Zeitblöcke bringen Fokus.

  • Nein sagen: Der größte Produktivitätshack – Meetings ohne Agenda meiden, auf „moving the needle“ konzentrieren.

  • Überforderung vermeiden: Ein System, das realistische Fortschritte organisiert, schlägt Hero-Work

Fazit: Nebenberuflich gründen ist eine Methode, keine Wette! 

Die Story von Jannis Kuhrt zeigt, wie sichere Rahmenbedingungen, strenger Problemfokus und datengestützte Akquise Nebenprojekte in tragfähige Produkte verwandeln. Intrapreneurship und Side-Business sind keine Gegensätze, sondern Verstärker. Wer validiert und konsequent lernt, verkürzt den Weg von der Idee zur Traktion – ohne All-in-Risiko. Wenn du noch mehr Infos zum Thema Sidepreneurship suchst, solltest du auch auf Jannis Webseite zum Thema nebenberuflich Gründen (sidegold) vorbeischauen oder dir direkt sein neues Buch „Erfolgreich nebenberuflich Gründen“ sichern.

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Redaktion

Peter-Georg Lutsch

Als Gründer der Sidepreneur® Plattform unterstütze ich seit über 7 Jahren nebenberufliche Gründer*innen dabei, ihre Geschäftsideen umzusetzen und ihr Unternehmen erfolgreich aufzubauen.