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Werbetexte schreiben für Vielbeschäftigte: 3 Dinge, die dich sofort weiterbringen

Copywriting muss nicht so schmerzhaft wie eine Wurzelbehandlung sein – und auch nicht so lange dauern.

Ich weiß, dein Tag hat nur 24 Stunden. 6 bis 8 davon gehen als Sidepreneur alleine für deinen Brotjob drauf. Dann kommt noch die Familie, Freunde und auf Netflix läuft jetzt eine neue Doku. Ach ja, und deinen Traum vom eigenen Business musst du ja auch noch umsetzen.

Ich will auch gar nicht lange drum herum reden. Vielleicht denkst du jetzt sogar, eigentlich habe ich gar keine Zeit, diesen Artikel über Copywriting zu lesen.

Aber lass mich dir sagen, wofür du wirklich keine Zeit hast: Texte zu schreiben, die dich keinen Schritt weiterbringen. Die potenzielle Kunden nicht in Kunden verwandeln, dir keine neuen Newsletter-Abonnenten bringen und Leser nicht zu Fans machen.

Deswegen verrate ich dir heute drei Grundlagen im Copywriting, mit denen du nicht nur reichlich Zeit, sondern auch Tränen sparst und schneller vom Sidepreneur zum Entrepreneur wirst.

Bleib nicht an der Oberfläche

Mir fällt immer wieder eines auf: Viele erwarten, dass sie sich an ihren Computer setzen, ein Worddokument öffnen, kurz mit den Fingern knacken und dann… losschreiben. Und kurz darauf ist die Homepage fertig getextet, die Landingpage ready oder die Verkaufsseite runtergeschrieben.

Falls das für dich so funktioniert und du damit auch noch erfolgreich bist, ruf mich bitte mal an.

Falls nicht, geht es dir wie den meisten von uns und du musst erstmal rausfinden, was du überhaupt schreiben solltest, um deine potenziellen Kunden vom Hocker zu hauen. Wir schreiben nicht, damit sich das schön anhört – zumindest nicht nur. Copywriting heißt, dass du mit deinen Texten eine Aktion oder eine Reaktion hervorrufst. Du willst vielleicht:

  • Dass Leute sich genauer über dich und dein Angebot informieren
  • Sich für deinen Newsletter eintragen
  • Ein Erstgespräch mit dir buchen
  • Von der Facebook-Anzeige auf deine Landingpage kommen
  • Produkt in den Warenkorb legen
  • Und. So. Weiter.

Das passiert aber nur, wenn du überzeugst.

Und das geht nur, wenn du deinen Kopf mal kurz unter die Wasseroberfläche hältst. Ich gebe dir deswegen nicht die typischen Texter-Tipps wie schreibe aktiv, nutze Zwischenüberschriften, Benefits statt Features und so weiter.

Nein, ich zeige dir heute eine Auswahl der wirklich wichtigen Dinge. Wenn du die nämlich nicht erfüllst, ist aktiv oder passiv dein kleinstes Problem.

# 1: Du schreibst für EINEN Leser

Wenn du allein diesen Punkt in all deinen Texten berücksichtigst, wird es viel wahrscheinlicher, dass sie überzeugen. Du schreibst nicht für alle Leute, die auf deine Website kommen oder die mal bei dir gekauft haben.

Du schreibst für die 20 bis 30 Prozent, die genau deinem idealen Kunden entsprechen.

Diese Leute haben folgendes gemeinsam:

  • Sie wollen und brauchen, was du anbietest
  • Sie werden von dir kaufen
  • Sie werden glücklich mit dem sein, was sie kaufen
  • Sie erzählen Gleichgesinnten davon
  • Sie kaufen weitere Angebote von dir

Menschen, die diese Punkte erfüllen, werden die perfekten Kunden sein. Im Content Marketing sagt man auch Buyer Persona. Wenn du erstmal rausgefunden hast, wer dieser Mensch wahrscheinlich ist, wird alles einfacher. Du musst nicht mehr vage Texte schreiben und versuchen alle irgendwie glücklich zu machen. Frag dich folgendes, wenn du ganz am Anfang stehst:

  • Wer braucht mein Angebot am meisten?
  • Wem kann ich am besten helfen?
  • Für wen löse ich ein riesiges Problem?

Wenn du schon eine Weile dabei bist, schau dir deine Kunden an: Welche sind von deinem Angebot begeistert? Finde raus, wer die Leute sind und was sie gemeinsam haben.

Vielleicht dachtest du, du richtest dich mit deinem Angebot an Grafiker. Aber in der Realität sind es eher Designer, die dein Angebot kaufen und all die oben genannten Punkte erfüllen. Dann weißt du, dass es schlau wäre, in Zukunft die Designer im Kopf zu haben, wenn du schreibst.

Dass du eine Person im Kopf hast, heißt übrigens nicht, dass du andere ausschließt.

Deine Texte werden nicht nur bei Designern einschlagen, sondern auch bei allen, die die gleichen Probleme und Wünsche haben – zum Beispiel Grafiker. Aber deine Texte werden spezieller, genauer und viel überzeugender.

Such nicht in deinem Kopf nach der perfekten Message

Heute geht es darum, Werbetexte zu schreiben, ohne deine Zeit zu verschwenden. Raten ist keine gute Idee – egal wie gut dein Zeitmanagement ist. Deswegen mach dir eines direkt klar:

Die perfekte Message ist nicht in deinem Kopf.

Gerade wenn du noch ganz am Anfang stehst, ist das wohl die wichtigste Lektion im 1×1 des Werbetextens.

Fang am besten nie an zu schreiben, ohne wenigsten ein paar handfeste Einsichten zu haben.

Mit Einsichten meine ich Aussagen von potenziellen oder tatsächlichen Kunden – von diesem einen Leser, über den wir gerade gesprochen haben. Nimm dir den Druck und orientiere dich einfach daran, was deine Leute dir erzählen. Das spart dir enorm viel Zeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Ziel erreichst.

Um diese Daten zu bekommen, machst du zum Beispiel Umfragen und Interviews. Oder schau dir Rezensionen zu Büchern bei Amazon an. Lies in Facebook-Gruppen und Foren mit. Es gibt viele Wege, um schnell herauszufinden, wo der Schuh drückt, selbst wenn du noch gar keine Kunden hast. Warte nicht darauf, dass dir die perfekte Formulierung einfällt, hol sie dir.

So bekommst du tiefe, hilfreiche Einsichten darüber:

  • WAS du schreiben sollst
  • Und WIE du es schreiben sollst

Joana Wiebe von Copy Hackers nennt es „What you say and how you say it“. Achte darauf, welches die größten Probleme deiner Kunden sind und ranke sie der Häufigkeit nach. Welches Problem kommt am häufigsten vor?

In Umfragen und Interviews lernst du außerdem, die Sprache deiner (potenziellen) Kunden zu sprechen – also das WIE. Wie du etwas scheibst, ist genauso wichtig, wie was du schreibst. Halte Ausschau nach starken Adjektiven, Phrasen, und Formulierungen. Die lässt du nachher in deine Werbetexte einfließen. So erkennen sich deine potenziellen Kunden in deinen Texten wieder.

Ein Beispiel

Angenommen du fragst deine Kunden, welches Feature deiner Software sie am nützlichsten finden und eine Antwort lautet: „Einfach, dass ich die 1000 anderen Apps und Plugins jetzt nicht mehr brauche“.

Dann schreib auf deiner Homepage nicht „All-in-One-Lösung mit allen wichtigen Funktionen“. Nutze die Sprache deiner Kunden: „Die All-in-One-Lösung, dank der du die 1000 anderen Apps und Plugins nicht mehr brauchst.“

Merkst du den Unterschied?

Nutze funktionierende Vorlagen

Vorlagen machen deine Texte nicht starr und austauschbar. Sie helfen dir dabei, die Worte in eine Struktur zu bringen, die etwas in deinem Leser bewegt. Gerade wenn du die ersten Texte schreibst, sind Vorlagen super hilfreich. Du bekommst einen roten Faden, ohne dir dabei den Kopf zu zerbrechen.

Vielleicht hast du schonmal von PAS gehört. Das PAS Framework kannst du für Websites, Landingpages, Salespages, Blogartikel, Verkaufsmails und sogar für Facebook-Posts oder Headlines verwenden. Du musst kein genialer, erfahrener Werbetexter sein, um das hier erfolgreich umzusetzen. PAS steht für:

  • Problem
  • Agitation
  • Solution

Diese Copywriting Formel gehört zu den am meisten genutzten überhaupt. Nur AIDA (Attention, Interest, Desire, Action) ist bekannter.

Das Geniale dabei ist, dass diese Vorlage dich quasi dazu zwingt, aus Sicht deiner Kunden zu schreiben – und nicht aus deiner. Schauen wir uns das genauer mit Beispielen an.

Bevor du mit dem Problem anfängst, mach dir klar, welche Transformation du beim Leser willst. Was soll er nach dem Text wissen, fühlen oder wollen? Was ist dein Ziel?

Beispiel

Ich will, dass meine Leserin am Ende weiß, dass ich ihr helfen kann, einen strafferen Bauch zu bekommen und sich deswegen für meinen Newsletter einträgt.

Problem (das auch wirklich besteht)

Zuerst holst du dir die Aufmerksamkeit des Lesers. Du sprichst ein Problem an, dass er hat.

Denk nochmal an den ersten Punkt zurück: Damit du ein Problem ansprichst, was tatsächlich und nicht nur in deinem Kopf besteht, brauchst du Informationen direkt von den Leuten, die überzeugen willst. Um die Probleme rauszufinden, reicht schon eine einfache Frage: „Was ist aktuell dein größtes Problem mit XYZ?“, oder „Wobei kommst du gerade nicht weiter“.

Ein Beispiel

Der Bauch ist zu dick. Die Hose kneift und der Lieblingsrock passt auch nicht mehr.

Agitation – Spezifisch werden

Wenn du weißt, was das Problem ist, streust du ein bisschen Salz in die Wunde. Du rührst in dem Problem herum. Du schreibst dich in den Kopf des Lesers. Stichwort: Empathie.

Beschreibe zum Beispiel Situationen, in denen das Problem so richtig stört. Das kannst du so kurz oder so lang machen wie du möchtest. Du kannst dich auf die stärkste Szene beschränken oder du gehst kurz auf mehrere Situationen ein. Hier gibt es nicht unbedingt richtig oder falsch.

Überlege, wie sich das Problem für deinen Leser in folgenden Bereichen manifestiert:

  • Leben allgemein (Jeden Morgen wenn du vorm Schrank stehst, willst du weinen, weil all deine Lieblingsklamotten nicht mehr passen. Du brauchst ewig, um etwas auszusuchen und bist am Ende noch nicht mal zufrieden.)
  • Im Job
  • Wenn sie in den Spiegel schauen (Du meidest den Blick in den Spiegel genauso wie den Donut, um dir die Laune nicht zu verderben. Shoppen macht inzwischen keinen Spaß mehr.)
  • In ihrer Psyche – Sorgen, Angst, Stress
  • Auf ihrem Konto
  • In ihrer Gemeinschaft – Kollegen, Familie, Freunde, Kunden (Deine Familie ist viel zu höflich, um etwas zu sagen, aber du siehst es in ihren Gesichtern. Und das macht alles nur noch schlimmer irgendwie.)

Denk dran, das sind nur Beispiele, um dir das Prinzip zu erklären. Spiel diese Szenarien mal für deinen Leser und sein Problem durch und verwende nur die, die passen. Achte darauf, dass es Szenarien sind, die deine Zielgruppe wirklich durchlebt.

WAS sagen die Leute und WIE sagen sie es?

Solution – Hilfe kommt

Sie haben ein Problem.

Du hast die Lösung. Erleichterung!

Mit deiner Lösung bietest du dem Leser einen Ausweg an. Nochmal: Diese Vorlage funktioniert für vieles. Die Lösung kann sein, auf einen Blogartikel zu klicken, den du geschrieben hast, ein Erstgespräch zu buchen oder, oder, oder.

Angenommen wir wollen, dass sich unsere Leserin für unseren Newsletter einträgt. Denn wir wollen unsere E-Mail-Liste mit Leuten füllen, die abnehmen wollen. Dann können wir schreiben:

  • In diesem 5-tägigen Videokurs lernst du die Basics, um erfolgreich und vor allem langfristig in Größe 38 zu passen. Ich zeige dir…
  • Mit welchem Mindset du endlich schlank wirst
    Was du ab jetzt jeden Tag machst, um schon in wenigen Tagen eine Veränderung zu spüren

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Nochmal zusammengefasst

Werbetexte zu schreiben muss nicht frustrierend sein oder ewig dauern. Du musst deine Zeit nur für die richtigen Dinge nutzen. Nämlich:

  • Finde deinen EINEN Leser (deinen idealen Kunden)
  • Such nach Problemen, die dieser Leser tatsächlich hat, um eine überzeugende Message zu schreiben. Such nach Formulierungen, die dein idealer Kunde wirklich nutzt und verwende sie in deinen Texten. Das WAS und das WIE findest du in Umfragen, Interviews, Gruppen, Foren, Rezensionen und so weiter.
  • Nutze Vorlagen und zerbrich dir nicht den Kopf darüber, wie du anfangen sollst oder was du als Nächstes schreiben sollst

 

Über den Autor

Madita Schaekel

Madita Schaekel

Madita ist Texterin und Schreibcoach. Sie hilft dir, Schreibblockaden zu überwinden und richtig gute Texte für deine Website und deinen Blog zu schreiben, damit du Besucher in Kunden verwandelst. Auf Wunsch nimmt sie dir das Schreiben von Blogartikeln, Webtexten, Landingpages oder Salespages auch ab.

Wenn du Lust auf mehr Tipps wie die im Artikel hast, mach kostenlos den Copywriting Crashkurs (https://maditas-content.de/copywriting-crashkurs/). Da lernst du in 7 Tagen die wichtigsten Basics für Texte, die überzeugen.

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